Neues Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“

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Neues Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“

Beitragvon An » 19. Mai 2016, 17:32

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Re: Und noch ein neues Buch

Beitragvon Ghosti » 22. Mai 2016, 17:53

Das find ich sehr interessant.
Ich hab neulich im ZDF in der Reihe "Zeugen des Jahrhunderts" ein Gespräch mit Egon Krenz gesehen, in der Mediathek gibt's davon sogar die Langversion:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... -Interview
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Re: Und noch ein neues Buch

Beitragvon Kalle » 24. Okt 2016, 16:57

Quelle: http://www.berliner-kurier.de

Ossi-Egon trifft Wessi-Heinz Das Kaffee-Krenzchen –

Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“
Berlin. Rocksänger sind zum Singen da. Aber Heinz Rudolf Kunze (59) wurde mit einem doppelten Talent gesegnet: Er kann auch andere zum Singen bringen – und wie! Dem KURIER liegt exklusiv ein 160-seitiges Interview vor, in dem der West-Rocker den Ost-Politiker Egon Krenz (79) messerscharf verhört. weiterlesen http://www.berliner-kurier.de/berlin/le ... n-24955970
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Re: Neues Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“

Beitragvon Scharlatan » 26. Okt 2016, 22:22

Na ja, hab das Bändchen gerade durch, und so weit her ist es mit dem "messerscharfen Verhör" nun auch wieder nicht. Kunze fragt ehrlich interessiert, hört dann aber vor allem viel zu, ist vorwiegend Stichwortgeber für seitenlange Monologe des Gegenübers, und wenn er auf Themen kommt, die diesem unangenehm sein könnten, entschuldigt er sich vorsichtshalber schon mal: "Die Frage nach der Biermann-Ausbürgerung kann ich Ihnen nicht ersparen." Nachster Monolog, nächste Frage, ernsthaft nachgebohrt wird kaum, und ein echter Austausch auf Augenhöhe, wie der Titel und die Covergestaltung mit den zwei Köpfen und gleich groß geschriebenen Namen suggeriert, ist es auch nicht wirklich, eher ein Interview. Erst auf den letzten Seiten, wenn es nicht mehr vor allem um die große Weltpolitik, sondern um Künstler, Musik, Literatur und Kulturpolitisches geht, also vertauteres Terrain für Kunze, kommt tatsächlich ansatzweise eine Art Gespräch mit ausgeglichenerem Textanteil zustande. Aber auch da ist man in den wesentlichen Punkten nie weit auseinander und oft sogar völlig einig.

Wobei ich das gar nicht vorwurfsvoll meine. Die weiter oben schon erwähnte Krenz-Befragung durch Jakob Augstein für die ZDF-"Zeugen des Jahrhunderts" fand ich sogar in der dreieinhalbstündigen Langfassung ziemlich fesselnd und hat mein Bild von dem Mann (und Teilen der offiziellen Geschichtsschreibung) doch in vielen Punkten zumindest relativiert. Solche Leute immer nur eloquent vorführen und zum x-ten Mal ihre Irrtümer entlarven zu wollen, trägt unterm Strich sicher weniger zur Wahrheitsfindung bei, als sich einfach mal vorurteilsfrei neugierig auf deren heutige Perspektive einzulassen, nicht nach jedem Halbsatz besserwisserisch ins Wort zu fallen und unbedingt publikumswirksam Überlegenheit demonstrieren zu wollen. Lektüre für den mündigen Leser, der nicht nur nach Bestätigung gängiger Klischees sucht, sondern wirklich nach Horizonterweiterung.
Insofern im Großen und Ganzen keine schlechte Idee, man sollte nur keinen Gesprächsband im Sinne eines echten Dialogs oder Erfahrungsaustauschs erwarten. Es ist ein zeitgeschichtliches Diskussionsangebot, von dem man wahrscheinlich annimmt, dass es mit dem Namen Kunze auf dem Buchdeckel von ein paar mehr Leuten angenommen wird als ohne. Und einige davon werden es vermutlich unerträglich finden.
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Re: Neues Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“

Beitragvon Thofrock » 27. Okt 2016, 18:13

Ich kenne das Buch noch nicht (erscheint ja auch erst morgen), wir konnten Heinz aber schon mal ein wenig dazu befragen. Den Kontakt hat Diether Dehm hergestellt, und als eine Art Interview war es ja auch gedacht. Das Gespräch wurde aufgezeichnet und vom Verlag in Form gebracht. Heinz hat es dann zwar gegengelesen, aber nicht mit der Intention, noch irgendwas komplett umzukrempeln.

Krenz trat keinesfalls als Unsympath auf, und schon gar nicht als der Unbelehrbare, deshalb sind offenbar keinerlei überkochende Reibungspunkte entstanden. Und wie Scharlatan das offenbar sehr treffend formuliert, war es tatsächlich der Plan, gängige Klischees auszusparen, oder gar den Eindruck einer Abrechnung entstehen zu lassen.

Ich bin sehr neugierig drauf, weil es mal wieder eine neue Facette im Wirken des HRK ist. Und eben nicht wirklich Kunze-Buch.
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Re: Neues Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“

Beitragvon Kalle » 15. Nov 2016, 18:05

Sänger Kunze: Verwandtschaft meckerte über DDR-Führung
Liedermacher Heinz Rudolf Kunze (59) hat als Kind oft seine Verwandtschaft in der DDR besucht. Er habe keinen getroffen, der auch nur ein gutes Haar an der DDR und ihrer Führung gelassen habe, sagte Kunze in dem Buch "Ich will hier nicht das letzte Wort" aus dem Verlag Neues Leben. Publiziert wurde in dem Band ein Gespräch zwischen Kunze und Ex-Politfunktionär Egon Krenz (79), der nach dem Sturz Erich Honeckers im Herbst 1989 kurze Zeit zugleich SED-Partei- und DDR-Staatschef war.

"Nicht einer verteidigte die DDR, was mich geradezu schockiert hat", so Kunze. Alle hätten gemeckert und sich über fehlende Freizügigkeit beklagt. Nach Angaben des Liedermachers ("Dein ist mein ganzes Herz") wohnte ein Großteil seiner Familie in der Lausitz, seine Eltern gingen 1956 in den Westen. Er sei in einem Lager für Spätaussiedler in Westfalen geboren worden.

Bei seinen DDR-Besuchen habe er im Umfeld von Omas und Opas, Tanten und Onkeln, nicht einen getroffen, der mit dem System zufrieden gewesen sei. Krenz meinte, es müsse aber auch Menschen gegeben haben, die ihre Heimat verteidigten und hinter ihr standen. "Sonst wäre der Staat nicht bis 1989 gekommen."

Die Bekanntschaft von Krenz und Kunze geht nach Verlagsangaben auf ein Konzert des Rocksängers 1988 in der DDR zurück.

Quelle: DPA - (Quelle: wetter.de)
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Re: Neues Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“

Beitragvon Kalle » 7. Dez 2016, 21:46

Westrocker Kunze trifft auf SED-Generalsekretär Krenz „Lieber Betonkopf als Weichei“
Halle (Saale) - Rückblicke und Ausblicke. Ganz am Ende kommen der Dichter-Sänger Heinz Rudolf Kunze, Jahrgang 1956, und der letzte SED-Generalsekretär Egon Krenz, Jahrgang 1937, auf die kommunistische Idee zu sprechen. Ist sie ein für allemal vorbei? „Ich glaube, dass ein bestimmtes Modell einer sozialistischen Gemeinschaft gescheitert und erledigt ist, nicht aber die Vorstellung von einer alternativen, ausbeutungsfreien, menschenfreundlichen Gesellschaft“, so Krenz. Kunze, der im Buch „Ich will hier nicht das letzte Wort“ vornehmlich die Rolle des Fragestellers einnimmt, bleibt an dieser Stelle hartnäckig: Hat Krenz eine Vorstellung, wie die besagte Gesellschaft aussehen könnte? weiterlesen – Quelle: http://www.mz-web.de/25235106 ©2016
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