42a* DER WAHRHEIT DIE EHRE (2020)

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42a* DER WAHRHEIT DIE EHRE (2020)

Beitrag von Kalle » 20 Feb 2020, 11:23

Wunderkinder verEHREn die WAHRHEITen des HEINZ RUDOLF KUNZE
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Kurz vor der Veröffentlichung des neuen HEINZ-RUDOLF-KUNZE-Albums DER WAHRHEIT DIE EHRE wurde dann wieder mal die Zeit knapp, um in aller Ausführlichkeit über das Kunz(t)e-Werk zu reden. Im Laufe der vergangenen Monate waren zwar immer wieder bruchstückhaft Informationen und Hintergründe bekannt geworden, aber es sollte ja ein großes Ganzes werden.

Wir trafen uns am Freitag, dem 14. Februar in Frankys Wohnung in dem 30.000 Einwohner zählenden Wunderkinder-Stützpunkt NORTHEIM. Die erste Erwähnung der Stadt NORTHEIM stammt aus dem Jahr 1002 und ließ den offensichtlichen Rechtschreibfehler der damaligen Stadtfürsten (aus „Nord“ wurde „Nort“) bis heute bestehen. Das Stadtmotto lautet: „Gut leben, gut wohnen, gut arbeiten“. Wir hielten „gut wohnen“ für total übertrieben und nahmen Letzteres zum Anlass, aus Platzgründen und aufgrund fehlender Motivation, vorher aufzuräumen, kurzfristig neu zu disponieren, und trafen uns mit dem Künstler am späten Nachmittag im Backstage-Bereich der Stadthalle.

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Die Wunderkinder stehen voll hinter ihrem Lieblingskünstler (Foto Privat)
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Dank modernster Cloudtechnik waren wir einige Tage zuvor in den Genuss der neusten Töne aus der Wedemark gekommen und konnten vorab in das Album hineinhören und WAHRnehmen, was der Deutschrocker/Pop- und Politpoet HEINZ RUDOLF KUNZE 2020 zu sagen bzw. zu singen hat. Es sind 14 Songs voller wehmütiger Klage, einfühlsamer Empathie, voller strotzender Energie, Vitalität und Hingabe sowie politischer und persönlicher Verantwortung für die Welt und die eigene direkte „Um“-Welt. Ein Kunz(t)e-Werk voller Hymnen! Lieder, die wahr und wahrhaftig sind und wahrhaftige Missstände aufdecken. Es sind Hymnen entstanden mit einer klaren Friedensbotschaft wie MIT WELCHEM RECHT oder DIE ZEIT IST REIF, und das großartige DIE DUNKELHEIT HAT NICHT DAS LETZTE WORT. Ein Lied, erst nach der Thüringen-Wahl 2019 komponiert, ist der positive, unverzeifelte Schlusspunkt mit tröstlichem Inhalt. Dabei macht es uns vom Anfang bis zum Ende richtig Spaß hineinzuhören. Das Werk reiht sich nicht ein in die Massen derer, die einfach mal wieder „dagegen“ sind, sondern gibt spannende, sprachlich raffinierte und inhaltlich glasklare Antworten.

Aber beginnen wir mit unserem Bericht dort, wo das letzte große Wuki-Interview geendet hat.

Wukis: Hallo HEINZ. Toll, dass es dann doch noch geklappt hat. Wir freuen uns, dass diese inzwischen kleine Tradition weitergeht.
(Unsere zwei Mitschneidegerätschaften starten.)
HEINZ: Ja freut mich auch. (Er ruft in das Gerät.) Dann los!

Wukis: Du hast es 2018 angekündigt und damals von einem Richtungs- bzw. Paradigmenwechsel bzgl. Produktionsweise/Regie gesprochen. Mit SCHÖNE GRÜẞE VOM SCHICKSAL wäre quasi eine Trilogie abgeschlossen.
HEINZ: Ja, das stimmt und das hoffte ich. Aber ob das immer so ausgeht wie angekündigt, weiß man ja nicht. Ich denke aber, mit DER WAHRHEIT DIE EHRE ist es gelungen.

Wukis: Beginnen wir mit den ersten Schritten der Entstehung.
HEINZ: Bereits am 25. Juli wurden die ersten Demos vom Management angehört. Das neue Album wurde dann im November/Dezember 2019 an ganz vielen Orten/Studios aufgenommen und eingespielt.

Wukis: Wie kam es zu dem neuen Produzenten?
HEINZ: Udo Rinklin (Studio/Recording 72585 Metzingen) hatte sich als Produzent und KUNZE-Kenner ganz normal beworben. Sein Lieblingsalbum ist im Übrigen GUTE UNTERHALTUNG.

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Im Aufnahmestudio mit Udo Rinklin (Foto hrk/facebook)
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Wukis: Udo Rinklin hat was für Vorproduktionen vor dir bekommen?
HEINZ. Nun, mein Tontechniker der Soloprogramme, Ingo Schmidt, hat mit mir ein schon ziemlich gutes Vorprodukt erstellt.

Wukis: Auch mit der Songauswahl hatte Udo Rinklin nichts zu tun?
HEINZ: Nein, er hat zwölf Stücke bekommen, die bei mir zu Hause vorbereitet wurden, und das hat, denke ich, dann Udo auch sehr dabei geholfen, sich das vorzustellen.
Sensation am Rande erwähnt (belustigt): Ingo hat mir zu der Vorproduktion auf Zuruf einen E-Bass besorgt, und somit entstand das erste HRK-Album, auf dem ich in einem Song* den Bass spiele. (* NACKTER FISCHER)

Wukis: Udo hat dann mit DER PREDIGER seine Feuertaufe gehabt?
HEINZ: Ja, den hatte er als Erstes in den Fingern, wo er mal zeigen sollte, wie er das Thema sieht. Udo meinte, er hätte eine neue vielversprechende Sicht auf den Song und kriege da noch was anderes raus, wenn er dürfe. Meine erste Reaktion: Ich war schockiert. Ich hatte eine normale Klaviernummer komponiert im Stil von DIES IST KLAUS, und ihr hört ja, was daraus geworden ist. (Er lächelt.)

Wukis: Da ist aber wenig von deinem Vorproduktionskonzept geblieben.
HEINZ: Ich sag’s ehrlich, da musste ich mich erst dran gewöhnen. Es war für mich bei einigen Titeln zunächst ein Kulturschock, was da passiert ist.

Wukis: Also stand am Anfang eine Art Zusammenraufen der Sache wegen?
HEINZ: Nach einer kurzen, heftigen Gewöhnungsphase, dem Fertigstellen von DER PREDIGER als erste Single und meinem dann begeisterten Okay sind vermutlich die Muskeln von Udo weiter gewachsen und er sagte sich sicherlich: Dann gebe ich mal noch mehr Saft.

Wukis: Hattest du denn keine Probleme damit, mit einem dir bislang nicht bekannten Produzenten zusammenzuarbeiten?
HEINZ: Die Befürchtung war natürlich: Oh, ein fremder Produzent! Der lässt mich bestimmt nicht machen, wie ich will! Aber das Gegenteil war der Fall. Er ließ mich mehr machen, als ich gedacht hatte, was geht. Jeder Einfall wurde bearbeitet. Er hat einerseits viel angeboten, hat aber auch keine Idee von mir abgelehnt, sondern nur noch etwas hinzugefügt. Im Ergebnis heißt das: Wir wollen noch mehr zusammen erleben.

Wukis: Dann bist du überzeugt und wolltest diese Angebote von ihm?
HEINZ: Ja. Je mehr er seine Sicht auf die Songs umsetzte – als Beispiel SPIEẞGESELLEN DER LÜGE oder PERVERS –, desto besser gefiel mir das, weil ich fand, es erneuert – quasi eine Frischzellenkur –,und zwar insgesamt auf alle zwölf Songs bezogen. Ich empfinde es sogar bei den Klavierballaden, sie klingen einfach anders als früher.

Wukis: Also wie angekündigt, ein neuer oder anderer HRK?
HEINZ: Nein, wir haben das Rad bestimmt nicht neu erfunden, aber die Band klang noch nie so wie auf diesem Album. Beim ersten Hören dachte ich: Das sind wir? Es klingt so anders.

Wukis: Das Album hat sicher eine andere Prägnanz, eine andere Wucht.
HEINZ: Ja, und genau das finde ich schön und eben in die Zukunft weisend.

Wukis: Wir haben Anspielungen, Sequenzen entdeckt, die durchaus auch in den vielen Vorgängeralben zu finden sind.
HEINZ: Wir haben in fast vierzig Jahren schon so viel gemacht, da sind gewisse Anspielungen und Wiederholungen fast unvermeidbar, aber insgesamt ist der Eindruck ein sehr frischer und neuer. Die Arbeit mit einem Produzenten hat mir noch nie so viel Spaß gemacht.

Wukis: Wie kannst du Udo Rinklin denn in der Zusammenarbeit charakterisieren?
HEINZ: Als es nach DER PREDIGER dann ans Album ging, flog es immer hin und her zwischen uns, eine Idee jagte die andere. Die Tage der Produktion waren erstaunlich jungenhaft, spielplatzmäßig, Bastelstube mit sehr, sehr viel Spaß.

Wukis: Ihr habt aber an verdammt vielen verschiedenen Orten produziert.
HEINZ: Das stimmt, das Album insgesamt ist in Fetzen entstanden. Bei Udo zu Hause in Metzingen sowie Unterensingen, Köln, Hamburg, Hannover, Fritzlar – also kreuz und quer durch Deutschland. Technisch geht das ja leider heute alles. Durch Udos weitere berufliche Verpflichtungen und aufgrund der weit auseinander wohnenden Verstärkungsmusiker war es aber nicht anders möglich.

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Im Aufnahmestudio mit Udo Rinklin (Foto hrk/facebook)
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Wukis: Wir können das nur bewundern.
HEINZ: Udo ist zum Beispiel mit einem Rekorder mal eben zu Martin nach Hause gefahren und hat dort aufgenommen.

Wukis: Wer ist auf dem Album bei deinen Liedern an der E-Gitarre zu hören?
HEINZ: Drei Tage vor den geplanten Aufnahmen der Gitarren erreichte uns überraschend die Kündigung von Peter Koobs.
Wukis: Oh – Hammer!
HEINZ: Auch da hat sich die gute Vernetzung von Udo Rinklin bezahlt gemacht, denn er hat einen guten Draht zu Peter Weihe*, einem der berühmtesten und besten Gitarristen in Deutschland. Er hat ihn angerufen und Peter hat sehr gerne ein zweites Mal zugesagt. Es war auch sehr schön bei ihm zu Hause, wo ich bei den Aufnahmen dabei sein konnte. (*https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Weihe)

Wukis: Dann kann man ja wirklich froh sein, dass dieses Personalproblem schnell gelöst wurde.
HEINZ: Udo ist außerdem jemand, der nicht lange zögert, sondern er greift auch selber mal eben zur E-Gitarre. Er redet nicht lange rum, sondern macht einfach, und bisher mit einer sehr großen Geschmackssicherheit.

Wukis: Wobei sich als Nächstes die Frage auftut, wer zukünftig in der Verstärkung als Gitarrist fungiert.
HEINZ: Da freue ich mich auf Manuel Lopez* aus München (*https://munique-band.de/band/). Er wurde in meinem Umfeld in den höchsten Tönen gelobt und vorgeschlagen. Ich bin sehr froh, dass er auf der kommenden Tour dabei sein wird, und wir planen auch die weitere Zukunft voll mit ihm. Er soll möglichst lange bleiben und ich bin gespannt, was er auf Tour und demnächst im Studio noch beisteuern kann. Für die Platte kam er leider etwas zu spät.

Wukis: Dann hast du nicht nur eine Produktion kreuz und quer durch Deutschland erlebt, sondern auch eine Verstärkung, eine Band, die überall verteilt ist.
HEINZ: Ja, aber dadurch ist bei mir sehr viel Neugier auf mehr entstanden. Es verlagert die Mentalität meiner Mannschaft – der Produzent ein Schwabe, der neue Gitarrist ein Bayer – ein bisschen weg von der Hamburg-Dominanz.

Wukis: Wie sind denn die zwei Kompositionen von Heiner Lürig aufs Album gekommen?
HEINZ: Ganz einfach: Er hat sie angeboten und ich habe mich dafür entschieden. Die Produktion lief vollkommen eigenständig, wie von Heiner gewünscht und verantwortet. Die fertigen Songs sind dann integriert worden.

Wukis: Für DIE ZEIT IST REIF hast du auf die Melodie getextet, was nicht unbedingt ein Novum, aber doch relativ selten der Fall ist. Beide Heiner-Titel passen unserer Meinung nach auch wirklich toll in das Gesamtbild.
HEINZ: Die Melodie hatte mich sehr angesprochen. Ich war nur einen Tag bei Heiner zum Einsingen.

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Im Aufnahmestudio mit Heiner Lürig (Foto hrk/facebook)
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Wukis: Und der Mitproduzent der letzten drei Alben und Verstärker Jens ist da voll mitgegangen?
HEINZ: Ja. Er ist, glaube ich, lange genug dabei, ein Profi, und sieht das eher sportlich.

Wukis: Das Schlagzeug klingt stellenweise – unser Eindruck – sogar noch ein wenig verbreitert gegenüber den letzten Alben. Jens hat eventuell den gewonnenen Freiraum, den er jetzt hat, weil er nicht mehr das Gesamte im Blick haben muss, für sich genutzt?
HEINZ: Vielleicht. Auf jeden Fall waren die Aufnahmen für Schlagzeug und Bass unheimlich schnell, innerhalb von zwei Tagen, im Kasten. Ich fand das enorm.

Wukis: Abgemischt hat dann auch Udo das ganze Album?
HEINZ: Nein. Marc Schettler, mit dem ich ja auch schon sehr lange zusammenarbeite, hat ebenfalls gemischt. Ich hatte dann die Qual der Wahl und habe die Version genommen, die mir am besten gefiel. Also wurden beide in die Verantwortung genommen. Kleine Anmerkung: Udo mischt gröber, er kommt halt mehr von der Indiemusik.

Wukis: Wer hatte die Idee fürs Album-Cover? Da kann man ja wirklich viel assoziieren und hineininterpretieren.
HEINZ (lächelt): Matthias Winkler (MAWI Concert / MAWI Artistmanagement) hat es sich ausgedacht. Es sollte was Deutliches her, was man auf dem kleinen CD-Cover einfach auch auf zehn Meter Entfernung noch erkennen kann. Er hat mir dann erzählt, wie er sich das vorstellt, und es auf meinen Wunsch hin zeichnen lassen. Es gefiel mir gut, keine Einwände, und so „brennt jetzt die Brille“.

Wukis: Die Diskussion hatten wir ja beim letzten Album SCHÖNE GRÜẞE VOM SCHICKSAL, das eindeutig zu dunkel – fast schon düster und eben schlecht zu erkennen – ist.
HEINZ: Ja, so düster war die Platte, waren die Songs doch gar nicht.

Wukis: Das tolle Video zur zweiten Single DIE ZEIT IST REIF wurde wo aufgenommen?
HEINZ: In einem alten, wohl schon öfter für Filmaufnahmen genutzten, vergammelten alten Ruinenhaus in Leipzig, eine alte Schule glaub ich, weitgehend unbegehbar. In ein paar Zimmer kann man jedoch noch hinein, und – wie passend – stand dann dort auch noch eine alte Sanduhr herum. Die Zeit ist nun mal reif … (lächelt)

Wukis: Welcher der vierzehn Songs würde dir jetzt am meisten am Herzen liegen, wenn du einen herauspicken müsstest und wir dich zu einer Aussage zwingen?
HEINZ: Das ist schwer zu sagen. Ich kann mich da nicht festlegen. Das dunkle Herz der Platte ist irgendwie NACKTER FISCHER. Es sind so viele schöne Sachen dabei, ich kann mich da nicht festlegen.

Wukis: Ja, stimmt, unerhörte Frage von uns. Selbst die Singles treffen voll ins Wukiherz. Bei deinen anderen Alben fanden diese letztlich ja nur deshalb unsere Gnade, weil sie als „radiotauglich“ galten.
HEINZ: Ohne Bewertung zur Frage eben, aber sehr, sehr gelungen und auch als Beweis zu sehen für die handwerklichen Fähigkeiten von Udo Rinklin, weil es so besonders schön strahlt, wäre dann für mich noch MIT WELCHEM RECHT.

Wukis: Kann man zusammenfassend sagen, dass der von uns immer gesuchte rote Faden des Albums dieses Mal in der Gesamtheit des anderen Produktionsstils liegt? Also in der Herangehensweise, dass es von A bis Z doch anders klingt als die Alben zuvor, eben geil und total spannend?
HEINZ: Kurz gefasst wurde bislang eine Nummer eingespielt, aufgenommen, zugesehen, dass sie vernünftig klang – und dann war sie im Grunde fertig. Udo fängt da an, wo andere das Album schon fertig sehen. Er nimmt es als Grundlage, fängt an, damit zu spielen, zu experimentieren, zu ziselieren, und schnitzt neu. Das ist der Unterschied. Er greift mehr ein, ändert mehr und auch auf allen Ebenen. Alle Stücke wurden ziemlich schnell hintereinander komponiert und sind vielleicht dadurch auch ein bisschen einheitlicher als der übliche Chamäleon-Zickzackkurs vergangener Produktionen.

Wukis: Wie lautet in deiner WAHRnehmung ein Resümee dieses ersten Projekts mit neuem Produzenten?
HEINZ: Das war vielleicht das komischste Projekt bisher, weil es eine so zerstückelte Produktion war: im Süden, im Norden, im Westen, unterbrochen durch viele Solokonzerte, andere Termine und Zuhause-Sein. Man hatte nie das Gefühl, mal einen Anker zu werfen und eine Weile konstant dabei zu bleiben. Das war der einzige vielleicht nicht so gelungene Faktor, aber noch mal: Es wurde durch vieles andere aufgewogen.

Wukis: Einsame Insel natürlich mit hochmodernem, voll ausgestattetem Studio?
HEINZ: Ich fände es schon schön, wenn man sich mal über einen längeren Zeitraum irgendwo vergraben und in Ruhe basteln könnte. Sieben bis zehn Tage wären wünschenswert, ausreichend. Noch länger wäre allerdings dann auch schon nervig. (Er lacht.)

Wukis: Was du gerade bemängelt bzw. angesprochen hast, merkt oder hört man dem Album aber überhaupt nicht an.
HEINZ: Nein, wirklich nicht. Im Gegenteil, es klingt geschlossen und hat mich zu der Aussage verleitet, es sei mein bestes Album seit KORREKT vor zwanzig Jahren. Ich benehme mich nicht so blöd wie Werbekünstler, die vom besten Album aller Zeiten sprechen, das wäre auch fahrlässig, aber DER WAHRHEIT DIE EHRE ist sicher der modernste und zugleich altvertrauteste, ehrlichste Heinz Rudolf Kunze seit Langem.

Wukis: Habt ihr denn nicht ein wenig Sorge, die Songs des Albums perfekt auf die Bühne zu bringen.
HEINZ: Nein, überhaupt nicht. Wir sind acht Leute, da kann man eine Menge machen. Und ich mag diese Computereinspielungen sowieso nicht, häufig versagen die dann auch noch. Ich möchte, wenn’s irgendwie geht, alles in ehrlichem Handwerk über die Bühne bringen. Ich habe vier gute Sänger, vier Gitarren mit auf der Bühne, das wird total geil!

Wukis: Die Chöre sind aber auf dem Album manchmal doch stark verzerrt. Dadurch ist es sicher recht schwierig, es genauso zu performen.
HEINZ: Da muss man mal sehen, ob unser fitter Tontechniker Torsten das hinbekommt.

Wukis: Das sogenannte „Literarische Programm“ bzw. Räuberzivil – die zweigleisige Arbeitsweise – wird überflüssig?
HEINZ: Ich hätte auch im Moment keine Zeit mehr für Kunst, die dann nur einen kleinen Kreis von Eingeweihten erreicht.

Wukis: HEINZ, danke für dieses Gespräch. Wir freuen uns auf den Erfolg von DER WAHRHEIT DIE EHRE, ebenso wie auf die Tournee mit tollem Bühnenbild, wie man aus dem Back heraushören konnte.

Im Backstage der Stadthalle Nord/t-heim hörte man um 19:30 Uhr den Gong, der HEINZ und uns darauf aufmerksam machte, dass um 20 Uhr das Soloprogramm zur Aufführung kommen sollte.
Sehr gerne nahmen wir die Einladung an, im Saal Platz zu nehmen und HRKs Lieblingsbeschäftigung der letzten Jahre, das geniale Soloprogramm WIE DER NAME SCHON SAGT, zu erleben und zu genießen. Aber davon berichten wir dann demnächst und immer mal wieder.

Zusammenfassend kann man zum Album DER WAHRHEIT DIE EHRE nur sagen: deutsche Rock/Pop-Musik im besten Sinne. HEINZ verdammt und verteufelt nicht – aber er beobachtet scharf, beschreibt treffend, analysiert klar und vertont genial. Jahrelang klangen HEINZ & Verstärkung nicht so erdig, so eingängig – HRK dreht alle Regler Richtung Rock und bleibt sich trotzdem treu. Nicht nur textlich, auch musikalisch ist „Der Wahrheit die Ehre“ eines der spannendsten und abwechslungsreichsten Kunze Alben der letzten Jahrzehnte. Britischer 80er Jahre Rock trifft auf das Jahr 2020. Die musikalische und politische Rebellion der frühen „U2“ treffen auf moderne Coldplay Klangmuster. Zukünftiger Erfolg, Airplay hin oder her, aber es wird nochmals richtig hingelangt. Die Songzeilen aus ZITADELLE vom letzten Album kündigten es ja schon an: „Wir sind die Letzten in der alten Zitadelle / Doch unsern Widerstand macht keiner ungeschehn / Wir bleiben ungebrochen hier an Ort und Stelle / Wir werden siegen / Oder untergehn / Wir werden kämpfen bis zur letzten Platzpatrone / Wir werden streiten bis zum letzten Argument / Wir werden stark sein ohne Aber, Wenn und Ohne …“

„Eine Kriegserklärung an den Krieg gegen die Wahrheit“ – Heinz Rudolf Kunze

DER WAHRHEIT DIE EHRE - Endlich eine wirklich ehrliche, durchaus realistische, von Herzen kommend und das Herz, die Seele berührende, musikalische, künstlerische Alternative für Deutschland. Für einige, eventuell sogar die Mehrheit der KUNZE-Hörerschaft, wird aufgrund der intensiven, sicher auch teuren Promotionskampagne (Plakatierung u.v.m.) das neue Album wie eine Art Comeback eines lange Vermissten sein oder zumindest so empfunden werden. Wenn das dann so kommen sollte, wäre ein oberer Chartplatz im Ergebnis ein toller Nebeneffekt, ohne es zwingend angestrebt zu haben, für dass, laut eigener Aussage HRK wohl „politischste Album“ seines Lebens.
--
Dann nehmen wir diese Aussage einfach mal ernst und zum Anlass. Der Souverän der (Wähler) Hörer soll entscheiden und hat ab Freitag, dem 21. Februar die Wahl.
Und da gibt’s für die WUNDERKINDER nur die eine richtige. Bild


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Re: Der Wahrheit die Ehre - 2020

Beitrag von Kalle » 20 Feb 2020, 11:25

Die WAHRHEIT Stück für Stück mit Herz und EHRE überprüft

Trackliste

1 Der Prediger
2 Völlig verzweifelt vor Glück
3 Spießgesellen der Lüge
4 Mit welchem Recht
5 Nimm mit mir vorlieb
6 Heute ist gut
7 Nackter Fischer
8 Pervers
9 Wenn du ohne Liebe bist
10 Ich bin so müde
11 Ein sorgloses Leben
12 Die Zeit ist reif
13 Der Wahrheit die Ehre
14 Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort

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1.) Den "Prediger" müssen wir ja eigentlich nicht mehr beschreiben. Die erste Single aus dem November hatte mächtig überrascht, nicht weil es diesmal keine aus dem Rahmen fallende Ballade für die falschen Rundfunkstation und Carmen Nebel gab, sondern weil sogar eine kernige Rocknummer raus ging, die zudem vor Frische und Energie nur so sprühte. Hinter den Kulissen war die Überraschung ähnlich. Der "Produzent auf Testbasis" hatte hier ja bereits alle Register seiner Arbeitsweise gezogen. Die Energie, die Prägnanz, die manipulierten Chöre, die technische Entwicklung eines scheinbar schon fertigen Songs.
 
2.) Zum zweiten Stück fällt mir in der gesamten Diskografie nichts ein, was damit auch nur entfernt vergleichbar wäre. So wie die Widerhaken im Text ist auch der Song ungewöhnlich gestrickt. "Völlig verzweifelt vor Glück" enthält sechs Strophen, aber keinen Refrain, in der Mitte taucht noch ein komplexer Einschub auf. Das Ganze wird vor allem von seltsam verfremdeten Keyboards um sehr lebendigen Drums getragen. Dazu kommen ein sehr gefühlvoller Bass, verfremdete Chöre und schließlich eine glasklar gezupfte Gitarre. Wie übrigens kein einziger Song wird auch hier nicht ausgeblendet, obwohl das sicher der einfachere Weg gewesen wäre. Aber Heinz spricht am Ende auch noch einige Worte.
 
3.) "Spießgesellen der Lüge" klingt deutlich. Und das "Wir sind" macht es noch wesentlich zorniger. Diesmal gibt es ein verzerrtes Keyboard-Intro mit Alarmpotential und eine so fette und vordergründige Gitarre, dass sie glatt Heinz seine Stimme unterbuttert. Überhaupt erleben wir auf dieser Platte, dass dem Produzenten wenig heilig ist. Die Vocals werden nicht selten eingebaut, verzerrt, gar entstellt. Und nicht nur die Vocals. Einige Musiker werden sich beim fertigen Mix gewundert haben, wie dominant oder runter gedimmt sie hier und da im Song stehen.
 
Der Fan hatte diesen Kontrast zuletzt 2002, als Franz Plasa Heinz eine recht radikale Frischzellenkur verpasste, dabei aber eben auch mit einer fast komplett neuen Band arbeitete, die bei ihm ein und aus ging. Eine Band übrigens, von der drei Musiker bis heute dabei sind, und Matthias Ulmer demnächst sein Vierteljahrhundert in der Verstärkung feiert.
 
4.) "Mit welchem Recht" ist textlich "Aller Herren Länder" Part 2, diesmal aber weniger lyrisch, sondern pragmatischer angelegt. Eher hymnenhaft, schöne Synergie aus Chorgesang und einer sakral hohen Keyboardspur. Hier hätte ich eine Prise mehr Bass gefällig gefunden. Als gebranntes Kind vermeidet Heinz diesmal alle Missverständnisse, weshalb die Botschaft sowohl in Wort wie auch in Musik ohne Schnörkel entsandt wird.
 
5.) Eigentlich ist "Nimm mit mir vorlieb" die erste Ballade, aber auch die legt mit flockigem Intro los. Und der Song arbeitet toll auf einen irre schönen Refrain hin, der von den Drums sehr offensiv untermalt wird. Überhaupt wirkt das Schlagzeugspiel von Jens auf der ganzen Platte breiter und fordernder. Und das liegt nicht nur an der fetteren Produktion, Effekten und mehr Bassdrum, sondern sicher auch daran, dass der Drummer sich mehr Freiraum für sein Instrument nehmen konnte, als bei den vorherigen Produktionen, in denen er ja das Ganze im Auge haben musste.
 
6.) "Heute ist gut" hat ein großartiges Gitarrenintro, welches sich toll entwickelt, biegt dann aber irgendwie in die Sackgasse ab. Dieser Beitrag Heiners fürs Album ist eine stramme Rocknummer, aber mit einer Botschaft, die sich nicht so recht setzen möchte. Der Refrain gibt sich auch etwas monoton. Wird aber live sicher gewinnen.
 
7.) "Nackter Fischer" ist der Favorit von Heinz selbst. Erinnert irgendwie an die Sanduhr, hat aber einen stärkeren philosophischen Ansatz mit wunderbaren Bildern und Gleichnissen. Der Grundtenor ist akustisch, aber durchtränkt von den Soli einer von Heinz selbst gespielten Leadgitarre. Nicht nur hier kommen gleich 3 Gitarren zum Einsatz, die wohl längste Instrumentalstrecke auf dem Album ist ein Traum.
 
8.) Im nächsten Song „Pervers“ wird wieder gebraten. Und hier liegt jetzt sogar eine Portion Distorsion auf Martins Steel Guitar. Da muss man erstmal drauf kommen. Die Leadgitarre sägt in den Refrain hinein, als wolle sie das Studio in Trümmer legen. Heinz wird wieder verfremdet, Drums und Bass knallen dazu, und Matthias hießt die weiße Fahne und bespielt ansonsten die erholsamen Luftholpassagen. Dass es dann plötzlich ein Break mit folkiger Akustikklampfe gibt, klingt irgendwie pervers, dauert aber auch nicht lange. Die Nummer eignet sich live für eine ausufernde Session mit längeren Soli.
 
9.) Jetzt wieder ein maximaler Kontrast. Wunderschönes Klavierintro mit nackter Gitarre, einsetzender betörender Gesang, weiche Orgel. Es klingt fast so, als habe Heinz seinem Produzenten gesagt, denn Song läßt du mir in Ruhe. Die "Titelzeile "Wenn du ohne Liebe bist" kommt zwar auch sehr gefällig und toll gesungen daher, findet aber mit gefühlten 30 Mal ein bisschen oft Verwendung.
 
10.) Dann kommt die inzwischen unvermeidliche Folk-Nummer. "Ich bin so müde". Nur diesmal eben verzerrter Folk. und ein Heinz, der in die unterst mögliche Oktave greift und deshalb rauchig und whiskeygespült klingt. Der Text ist amüsant, aber nicht so ernst gemeint, wie Kalle das gern hätte.
 
11.) Dann ist die Kreissäge wieder da. Die Idee zu "Ein sorgloses Leben", eine Aufarbeitung eines nicht völlig geglückten Raubüberfalls, hatte Heinz während der Springsteen-Übersetzungen. Einer, der berühmten Texte, die so schnell entstehen, dass der Autor kaum mitschreiben kann. Ein knackiger Rocksong, eingängig und nicht unamüsant. Matthias Ulmer spielt ein geiles Keyboardsolo, welches gegen die Säge kaum ankommt.

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12.) Der zweite Vorabtrack "Die Zeit ist reif" hatte sich Heiner vermutlich als Liebeslied gedacht. Stattdessen wurde die wunderschöne Ballade eine Aufforderung zum globalen Optimismus, und damit zu einer Art Gegenvorschlag für das darauf folgende Stück. Und auf diesem Album findet es endlich mal wieder statt, dass die Singles sich ins Gesamtwerk perfekt einpassen, statt als rosentypische Fremdkörper am Roten Faden zu sägen. Der Song geht schnell ins Blut und nutzt sich vor allem bei häufigem Hören nicht ab.
 
13.) Das Titelstück „Der Wahrheit die Ehre“, und zugleich der längste Song, versteckt sich mal wieder ziemlich am Ende. Er beginnt mit fröhlichen Mandoline, die in den weiteren Strophen immer mehr Gesellschaft bekommt. Unterbrochen werden die Strophen von einem überraschend donnernden Zwischenspiel. Die Message ist eine bitterböse Abrechnung mit dem fast selbstverständlichen Siegeszug der Fakes und Täuschungen. Die fröhliche Mandoline hält sich bis zum Schluss, ungefähr so fröhlich wie Orwells Erzählung von der Farm der Tiere.
 
14.) Edle Klavierballaden am Ende hatten wir öfter, nehmen wir den "Faulen Trick", den "Alten Herr" oder "Tu nur was du nicht lassen kannst". Aber so in Szene gesetzt hatten wir es noch nicht. "Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort" ist das monumentale Stoßgebet am Grand-Piano und riesiger altehrwürdiger Konzerthalle. Heinz singt grandios und hier auch glasklar, die Begleitung steigert sich in einen orchestralen Teppich, der dieser langsamen Ballade eine ungeahnte Wucht vermittelt. Die Mittel der Produktion sind hier scheinbar sparsam dosiert, entfalten aber eine Wirkung im höchsten Gänsehaut-Modus. Das muss auch die letzte Zugabe der anstehenden Tour werden, der die Besucher mit offenem Mund zurück lässt.

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Re: Der Wahrheit die Ehre - 2020

Beitrag von Kalle » 20 Feb 2020, 11:31

ANMERKUNGEN / ZITATE / BAUSTELLEN:
Gib Vollgas, wir haben genug von der Schlagerscheiße. Matthias Winkler

„Der Wahrheit die Ehre“ ist der Modernste und zugleich Altvertrauteste und Ehrlichste Heinz Rudolf Kunze seit Langem. (Wehe wenn wir lügen!) HRK Pressemitteilung

Wenn´s mal läuft, dann läuft´s... Heinz Rudolf Kunze

Der Politrock von einst ist entweder tot – oder er schläft tief und fest.
Die Zeit der klaren politischen Ansagen und Parolen scheint im 21. Jahrhundert allerdings vorbei. Einige Bands lassen sich zwar politisch verorten. Sie entscheiden sich in ihren Songs aber bewusst gegen plakative Statements und üben, wenn überhaupt, eine eher diffuse und lyrisch verpackte Kritik an der Gesellschaft, an der Politik und am Kapitalismus. - Ingo Neumayer Journalist

Der Wahrheit die Ehre: Münchhausen: Das neueste von Münchhausen
Kochan, Stano; Nikel, Hans A.

Der Wahrheit die Ehre - Stellungnahme zum Beitrag von T. M. Graber, Chicago „Ausbildung und Universität“ H. G. Von Sergl - Fortschritte der Kieferorthopädie

Ein politisches Lied ist ein Gesangsstück mit einer gesellschaftlich-politischen Tendenz. Es kann Menschen durch Zuhören und Mitsingen einerseits Zusammengehörigkeit vermitteln bzw. als Identifikationsfaktor wirken und andererseits zur Reflexion und Veränderung gesellschaftlicher Zustände anregen. Es kann aber auch Vorurteile verstärken, Gewalt verherrlichen, zur Gewaltanwendung aufrufen oder etwa zu Hass anstacheln. wikipedia.org

HEINZ RUDOLF KUNZE will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1. Thofern 2,4

Der Wahrheit die Ehre - An die Gegner der sog. Schmähschrift von G. v. C. mit besonderer Bezugnahme auf die Synode zu Torgau - Eduard Ehrenhauss

Nicht uns, HEINZ, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deine Gnade und Wahrheit! Warum sollen die Hörer sagen: Wo ist nun ihr literarisches Programm? - Wuki-Psalm 115

Hanns Dieter Hüsch hat ein Buch veröffentlicht DAS SCHWERE LEICHT GESAGT, bei HEINZ RUDOLF KUNZE ist es ein Album und heißt DER WAHRHEIT DIE EHRE

Der Wahrheit die Ehre! - Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Die vergessene "Judenschutztruppe" der Weimarer Republik – Robert Becker
- Verlag Dr. Böttiger

Aufklärung:

Quellen: Deutsches Postleitzahlenbuch 6 x „Nordheim“ und 7 x „Northeim“
Keine Fake-News, gründlich recherchiert, nur O-Ton, Presseinfos Heinz Rudolf Kunze, facebook/hrk

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