HANNOVER Theater am Aegi, 19.2.08
Äh ja, ich bin ein bisschen spät dran, aber man hatte mich zum Bericht des Aegi-Konzertes verpflichtet, also schreib ich ihn auch.
Wir schreiben also den 19.2.08, ein Dienstag, und befinden uns in Hannover. Eine der wenigen deutschen Städte, die bereits seit Anfang des Jahres nach Feinstaubplaketten verlangen.
Das Aegi heißt Theater am Aegi weil es sich am Aegidientorplatz befindet, so etwa die Mitte der niedersäsischen Landeshauptstadt. Da ich dort nicht zum ersten Mal auflaufe, hab ich einen schönen Parkplatzgeheimtipp ca. 30 meter vom Veranstaltungsort entfernt.
Direkt neben dem Aegi befindet sich die Ständige Vertretung, einem Szenelokal, in dem sich wenige 100 Meter von Rathaus und Landtag entfernt auch gern die lokale Politprominenz aufhält. Es ist ungefähr 17 Uhr, und da das Aegi natürlich erst in 2 Stunden öffnet, ist also besagte Ständige Vertretung die erste Anlaufstelle. Und dort sitzen auch schon diverse Bekannte und mampfen grosse Teller leer. Winny und Anastasia vertilgen die Hausbestände an kartoffelpuffern (Claudia hatte ihnen vor der Bestellung verheimlicht, dass die Puffer dort mehr als mäßig sind), und Claudi selbst versucht sich an gefühlten 3 KG Nudeln und frittierten Glasnudeln.
Nach und nach trudeln weitere HRK-Jünger ein, während ich eine Bratwurstschnecke geordert habe, die sich schließlich in der länge eines mittleren Gartenschlauches präsentiert, und von der ich 3 Tage hätte satt werden können. Auch die Itzehoer Delegations trifft ein, und hat schier unglaubliche News bezüglich einer einst verschollenen Boa.
Neben Würgeschlangen wird sich über den Trainerwechsel des Wuppertaler SV, den Zustand der Handballbundesliga und eine geplante Cappy-Ausstellung in Schleswig Holstein unterhalten. Es gibt eine Modenschau, Infos zu Programmänderungen der laufenden Tour und Thomas drückt an einen Rosenverkäufer 215 Euro ab, um seine Frau zu beschenken.
Am Nebentisch sitzt Hennes Bender. Dass er an diesem Abend auch auf der Bühne auftauchen würde, wußten wir derweil allerdings noch nicht.
Szenenwechsel um 19.15 im Vorraum zum Aegi. Noch mehr Bekannte treffen, Tickets holen, Mat am Merchstand begrüssen, und ein Schließfach belegen. (Richtig ! Im noblen Aegi gibt es keine Gaderobe, sondern kostenpflichtige Schließfächer wie im Hallenbad. Fröhliche Stimmung Haus, Wolli taucht auf, muss alle 2 Meter irgendwen begrüßen, nur Herr Bornemann ist nirgends zu sehen. Damit meine ich übrigens nicht Frank Bornemann, den Hannoveraner Produzenten und Eloy-Chef, sondern herrn Bornemann, den Hausmeister des Aegi, mit dem Kalle im letzten Mai Freundschaft geschlossen hatte. Aber Kalle war ja auch nicht da. Der hatte mir aber grad eine Email von den Kanaren geschrieben, wo er auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff die Tour schwäntze. Sauwetter bei uns, und der Kerl schreibt mir was von 22 Grad, wolkenlosem Himmel, Anfahrt auf Gran Canaria und Cocktails in seiner Hand.
5 Minuten vorm Konzert hatten wir uns alle strategisch günstig im Aegi verteilt. Die Küken in Reihe 1, die Nordlichter in Reihe 4, ich in Reihe 7, und der Rest weiter hinten.
Zum Konzert selbst muss ich nicht viel schreiben, weil es schon ausführliche Berichte aus anderen Städten gibt. Ich verweise u.a. auf Kalles Nach-Aida-Statements aus Ritterhude und Claudias Bericht aus Halle, der zur Drucklegung dieser Schrift immer noch nicht fertig war.
Das Aegi jedenfalls war ausverkauft und pickepackevoll. Die Stimmung war, wie bereits im letzten März gut, aber auch nicht mehr. Heimspiel, viel Bekannte im Publikum, da sind auch die Künstler immer etwas angespannter. Und die Leute in den weich gepolsterten Sesseln, regelrecht versunken ist man in den Dingern, sind eben auch nicht in der absoluten Extase. Aber anfängliches Wohlwollen, dass sich dann in den Abend hinein doch zu heftiger werdenden Beifallsstürmen aufbaute, war es durchaus.
Einige neue Texte, die es im Oktober noch nicht gab, kannte ich schon aus Detmold, einige waren aber auch ganz neu. Und einige waren auch aus dem Herbst noch übrig. Musikalisch wurde das Programm durch eine sehr schöne Himbeerbaby-Version ergänzt.
Sonst alles wie gehabt. Die Setliste hab ich mir grad aus dem Tourenkalender geklaut.
1: Woran man mit mir war
2: Das Blaue vom Himmel
3: Text: Marsupilam
4: Prophet
5: Blues für die Beste
6: Text: Ach was für ein schöner Tag
7: Die Köpfe in der Kühltruhe
8: Himbeerbaby
9: Text: Grüß Sie Gott Herr Oberst
10: Im Sarg
11: Überlegungen einer reifen Frau
12: Biedermeier
13: Text: Bühne frei
14: Ich brauch dich jetzt
15: Text: Wenn wir Landgang haben
16: Seekranke Matrosen
17: Abschied muß man üben
18: Ohne Euch
19: Der Tag wird kommen
20: Text: Der Moment des Jubels
21: Rückenwind
22: Ich hab's versucht
23: Meine eigenen Wege
24: Wenn du nicht wiederkommst
25: Text: Jesus ist zurück
26: Bestandsaufnahme
27: What made Milwaukee famous
28: Finden Sie Mabel (Lead Voc: Hennes Bender)
29: Schlaf gut
Mabel war die eigentliche Überraschung des Abends. Heinz berichtete, dass ein ganz langer Liebhaber seines Werkes heute seinen vierzigsten Geburtstag feiere, und er sich sehr darüber freue, dass dieses hier im Aegi stattfinde. Er rief Meister Bender auf die Bühne und überließ im den Frontgesang. Und der machte das absolut toll. Sehr emotinal, sehr klar, und mit erstaunlich guter Stimme. Und etwas Bühnenshow gab es nun auch. Die vier Anderen waren ja an ihren Instrumenten gebunden. Nicht aber das Geburtstagskind, welches durchaus seine Bewegungsschritte bei Axl Rose abgeschaut haben könnte.
Als wir das Theater verließen war bereits die Ankündigung über der Tür geändert. Nächster Star im Aegi eine ganz alte Ikone großartiger Gesangsunterhaltung: Rene Kollo.
Birgit und Thomas schauten in dunkler Nacht noch nach dem Heinz-Baum, und merkten nicht einmal, dass ich den Tulpenbaum am Wochenende zuvor gegen eine Birke getauscht hatte, und die kostbare Kultpflanze nun im Vorgarten hege und pflege.