TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

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Kalle
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TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

Das offizielle Fanclub TOURTAGEBUCH 2026
wünscht sich natürlich auch hier auf der HP viel Traffic
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Dieses Tourtagebuch ist nicht nur zum lesen, sondern für Alle zum mitmachen offen.
Alle Fans die über ihre Konzerterlebnisse, die Probenarbeit, die Backstagevorkommnisse und und und... berichten wollen sind herzlich eingeladen, all das nicht nur für sich zu behalten, sondern stattdessen allen Fans die Möglichkeit des "Nacherlebens" zu ermöglichen. Hier kann über alles berichtet werden was passiert. Ihr könnt kommentieren, Tränen vergiessen und heulen, gerne aber lachen und Eure guten Gefühle ausdrücken. So entsteht ein bunter Strauß der Emotionen aus erster Hand von den HEINZ RUDOLF KUNZE Fans für die HEINZ RUDOLF KUNZE Fans und die vielen Interessierten. :P

Am 5. Oktober 2024 in der Harzlandhalle Ilsenburg endete die sehr erfolgreiche KÖNNEN VOR LACHEN Hallentour mit MEGA-Verstärkung. HEINZ wurde in einer Zwangsjacke letztmalig von der Bühne geführt. Findet ihr WUNDERKINDER nicht auch, es ist sehr dringend den Rockpoeten mit klarer Haltung wieder auf die Bühne zurück zu holen?? Die Entzugserscheinungen bei uns Fans sind inzwischen sehr gewaltig und fast schmerzhaft. Jetzt gibt es endlich Linderung! Rezeptfrei startet am 9. Oktober das neue HEINZ RUDOLF KUNZE & VERSTÄRKUNGs ANGEBOT mit Suchtpotenzial UND die NACHFRAGE ist gewaltig. Wir freuen uns auf gemeinsame Abende voller Lust und Freude, nachdenklichen und spassigen Momenten, mit all dem was einen genialen Konzertabend ausmacht.

Heinz Rudolf Kunze & Verstärkung - Angebot und Nachfrage Tour:

17.09.2026 - Lübeck/Travemünde, Slow Down Hotel (WARM UP)

09.10.2026 - Leipzig, Haus Auensee
11.10.2026 - Jena, Sparkassen-Arena
13.10.2026 - München, Circus Krone Bau
14.10.2026 - Saarbrücken, Saarlandhalle
16.10.2026 - Hamburg, Laeiszhalle (ausverkauft)
17.10.2026 - Hamburg - Laeiszhalle (ausverkauft)
18.10.2026 - Dresden - Kulturpalast (ausverkauft)
20.10.2026 - Halle, Händelhalle (ausverkauft)
21.10.2026 - Dortmund, Westfalenhalle (Halle 2)
22.10.2026 - Düsseldorf, Mitsubishi Electric HALLE
24.10.2026 - Magdeburg, GETEC Arena
25.10.2026 - Cottbus, Stadthalle
26.10.2026 - Berlin, Theater des Westens (ausverkauft)
28.10.2026 - Münster, MCC Halle Münsterland
30.10.2026 - Nürnberg, Meistersingerhalle
31.10.2026 - Ilsenburg, Harzlandhalle (ausverkauft)
01.11.2026 - Zwickau, Sparkassen-Arena Zwickau
03.11.2026 - Frankfurt a.M., myTicket Jahrhunderthalle
06.11.2026 - Rostock, Stadthalle
07.11.2026 - Hannover, Kuppelsaal (ausverkauft)
08.11.2026 - Aurich, Sparkassen-Arena
Kalle
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

Eigentlich ist alles vorbereitet für die Warm Up Show "Angebot und Nachfrage" heute Abend. Nur noch die Stuhlreihen aufstellen und dann heißt es "Was bin ich wert?". Die Antwort wissen wir langjährigen Fans natürlich...! HEINZ & Verstärkung werden es auch Heute und während der am 9. Oktober in Leipzig startenden Tournee vielstimmig beantwortet bekommen von uns Be-wunderkindern. Denn "Dein ist mein ganzes Herz", natürlich mit vollem Vertrauen und mit "Mit Leib und Seele", dem Wertvollsten eben.
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Kalle
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

HEINZ RUDOLF KUNZE & Verstärkung vor dem Tourstart das Warm Up Konzert.
Fleißig geprobt wurde in der Vorwoche im Slow Down Hotel Lübeck-Travemünde. Heute Abend nun am 17.09.2026 um 19 Uhr sollte das Tourset endlich zum Vortesten und zur Freude der Fans zum erstenmal Live vorgetragen werden. Heinz Rudolf Kunze & Mega-Verstärkung beim WARM UP-Konzert nach einigen Tagen mit intensiver Probenarbeit zu erleben war gekennzeichnet von voller Konzentration und Neugierde auch seitens der Musiker, ob dieses, seit langem geplante Menü von neuen, aber auch alten, bekannten Songs den Fans wohl schmecken würde?
Anmerkung: Allerdings noch nicht das ganze komplette Tour-Set wurde an diesem Abend gespielt, ein klein wenig Spannung sollte also noch bis zum eigentlichen Tourstart im ehrwürdigen Haus Auensee Leipzig am 9. Oktober schon noch erhalten bleiben. Die hervorragend vorbereitete 6-köpfige Band hat sich zum Glück nicht verändert. Der geniale Matthias Ulmer an den Tasten und der zuverlässiger musikalischer Leiter, Rhythmusgeber Jens Carstens gehörten schon lange vor, bzw kurz nach der Jahrtausendwende zur Verstärkung, Gitarrenkunst vom Allerfeinsten durch Manuel Lopez und Multitalent Andrew Gräser, sind ja inzwischen auch schon gut bekannt und erprobt. Am Bass ist der exzellente Stephan Gade und Background Gesang die charmante Natalie Pütz, also das grandiose Team von sehr erfahrenen Musikern der letzten Jahre bzw. Verstärkungstouneen. HEINZ gibt diese souveräne Mannschaft die Sicherheit, um selbst Höchstleistungen abzuliefern. Wir erleben bei einigen Titeln neue Arrangements, vor allem beim Gesang, kleine Gimmicks, Spielereien, aber auch den typischen HEINZ RUDOLF KUNZE Sound, der ihn Gott sei dank, so lange schon sehr erfolgreich macht.
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Der kleine Hotel-Konzertsaal war also pickepacke voll, die Karten waren im Nu verkauft worden und man musste sich schon schnell entscheiden, um einen Platz zu sichern. Warmupkonzerte sind immer etwas außergewöhnliches und daher eben auch besonders heiß begehrt.
Diesmal sind seit der Veröffentlichung des Albums ANGEBOT UND NACHFRAGE am 12.09.2025 immerhin fast genau 1 Jahr vergangen und HEINZ hat es bedingt durch die DEIN IST MEIN GANZES HERZ Jubiläumtournee im Sommer 2025 ziemlich geschmerzt, die Songs des neuen, inzwischen ja schon „alten Albums“ so eine lange Zeit nicht mit Verstärkung auf einer Tour zu präsentieren. Da waren die Gelegenheiten im Soloprogramm nur eine kleine Entschädigung. Aber Schwamm drüber, heute Abend sollten viele Lieder des Albums quasi ihre letztliche Feuertaufe bekommen, ob sie denn in so einem Konzertabend auch gut funktionieren und überzeugen. Verglichen mit dem Album DER WAHRHEIT DER EHRE, wir erinnern uns, wo wir Fans drei Jahre durch den Coronavirus bzw. der Pandemie auf ihre Durchführung warten mussten, ist ein Jahr ja geradezu Zeitnah kurz nach Album Veröffentlichung! (lach). Seit 2022 läuft der Tourneebetrieb wieder rund und obwohl HEINZ seinen langjährigen Tourneeleiter verloren hat, ist schnell ein Neuer VERSTÄRKER Lukas gefunden worden, der ebenfalls Heute seine Feuertaufe erlebt und sich beweisen kann.
Der Vorverkauf zur Tour lief schon recht früh sehr gut an, für Hamburg wurde sogar ein Zusatzkonzert gebucht. Der Schwerpunkt liegt zwar, zum leichten Verdruss einiger Süd- und Nord-Deutschen Fans inzwischen in Ostdeutschland. Aber zumindest in München gibt es schon wieder einen festen Termin im Tourplan und oh Wunder, in NRW ist mit Düsseldorf, Dortmund und Münster schon fast gut repräsentiert. Wobei Wünsche der Fans und realistische, wirtschaftliche Konzertplanungen nunmal leider oft Meilenweit auseinanderliegen können.
Unser Fazit: Kunze ‘26 ist nach wie vor eine ausgesprochen energiegeladene, abwechslungsreiche, künstlerisch hochwertige und toll ausbalancierte Veranstaltung, die auch Besucher mit ganz hohen Erwartungen hochzufrieden nach Hause entlässt. So soll es sein… - und hoffentlich noch lange Jahre bleiben, mindestens bis dahin und am Besten noch darüber hinaus…
Kalle
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

Wer sich die Spannung erhalten will, scrollt bitte schnell weiter:

HRK Angebot und Nachfrage Tour Setliste
1) Intro von Band „Der große Tag der Abrechnung“
Danach startet die Band – HEINZ kommt auf die Bühne
2) Marie
3) Wir sind wir
Text
4) Einen anderen Menschen lieben
5) Immer für Dich da 1
6) Dann fängt die Liebe an
Text
7) Romanze
8 ) Irgenwo
9) Aller Herren Länder
Text
10) Gute Unterhaltung
PAUSE
11) Jeder Tote einer zuviel
12) Die Angst geht um
Text
13) Ich hab´s versucht
14) Regen in meinem Gesicht
Text
15) Was bin ich wert
16) Keine Reaktion
17) Meine eigenen Wege
18) Vertriebener
19) Mit Leib und Seele
Text
20) Dein ist mein ganzes Herz
Zugabe 1
21) Leg nicht auf
22) Alles was sie will
23) Mabel
Zugabe 2
24) Lola
25) Wenn Du nicht wiederkommst
Zugabe 3
26) Ich brauch Dich jetzt (Band Version mit Play off)

BLAU = aus dem aktuellen Album Angebot und Nachfrage VÖ 12.9.2025
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von CL »

Für Franky. Du fehlst (mir).
Für Kalle. Du Leuchtfeuer in Zeiten des Verlusts.


HRK & Verstärkung im Slow Down Travemünde

Warm-up Konzert zur „Angebot und Nachfrage“ Tour 2026
Donnerstag, 17.09.2026

Beginn: 19:00 Uhr
Pause: ab 19:50 Uhr (ca. 15-20 Minuten)
Ende: ca. 21:45 Uhr
Kapazität: 250-300 (Schätzung)
Ausverkauft


Vorgeplänkel

Die Fähre aus Travemünde setzt mich über zur Priwall Halbinsel. Im Saal „Beach Bay 1“ des „Slow Down“ Hotels probten Heinz, Band und Crew seit Montag. Hier findet heute auch das Konzert statt. Es geht nach oben in den 4. Stock, die Penthouse Ebene. Vor Einlass gibt es Bändchen für die Besucher. Blau für Sitzplätze und Pink für Stehplätze ganz hinten im Saal. Der Abend war zügig ausverkauft, die teuren Karten begehrt. Die Plätze haben feste Nummern. Ich bin spät dran, der Restaurantbesuch vor dem Konzert hat länger gedauert als geplant. Wir mussten lange auf das Essen warten.
Der Saal ist bereits gut gefüllt. Draußen auf der Terrasse steht das Publikum mit seinen Getränken und blickt hinunter auf die Lübecker Bucht. Im Vordergrund der Hafen und die imposante Viermastbark „Passat“. Ein Museumsschiff und Wahrzeichen von Travemünde. Dahinter, auf der gegenüber liegenden Uferseite, das Hochhaus des Maritim Strandhotels. Es ist spätsommerlich warm.
Der Tag bisher war schön. Nach längerer HRK Konzertabstinenz zu wissen, heute Abend geht es wieder los, löst immer noch tief empfundene Vorfreude aus und ich erwarte den Abend mit Spannung. Für welche Songs hat man sich diesmal entschieden? Mit welchem Kaleidoskop an Eindrücken und Gefühlen gehe ich aus dem Abend?


Das Konzert

Los geht es um 19:00 Uhr.
Heinz darf jetzt endlich mit der Verstärkung die Tour zum knapp ein Jahr zuvor bereits veröffentlichten Album „Angebot und Nachfrage“ starten. Für die Verzögerung hatte 2025 das „Dein ist mein ganzes Herz“ Jubiläumsjahr gesorgt. 40 Jahre „Herz“ wurden mit einer großen Sommertour und einem Gastauftritt von Heiner Lürig in Hannover gefeiert.

Das einleitende Intro - unterlegt mit sphärischen Synthesizer Ambient-Sounds und Handpan (?) Obertönen heißt „Der große Tag der Abrechnung“. Währenddessen betritt die Band - fast ganz in schwarz - unter dem Jubel des Publikums die enge, niedrige, mit Leuchtstäben besetzte Bühne und beginnt mit der Arbeit. Nur Ulmis rote Sneaker stechen hervor aus dem Einheitslook. Heinz betritt die Bühne als die ersten Takte des Openers „Besuch mich Marie“ schon laufen. Wie so häufig in den letzten Jahren im selben/gleichen Bühnenoutfit. Sakko und Hose schwarz, darunter ein ebenso dunkles Hemd oder T-Shirt. Passend zum maritimen Ort der Schal heute in Türkis, Heinz Lieblingsfarbe. Dazu schwarze Lackschuhe.

Musikalisch knüpft die im August 2025 als Single erschienene nostalgisch instrumentierte „Marie“ gekonnt an die 80er an. Eingängig geleitet der Titel die Zuhörer hinein in den Abend zur nächsten Single Auskopplung. „Wir sind wir“ ist eine Ode an die Gemeinschaft. Es geht um Toleranz, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Publikum nutzt die Gelegenheit und steigt klatschend in den Refrain mit ein („la-la, la-la, la-la-la-la“).
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Heinz wechselt ans Klavier, begrüßt das Publikum, und bedankt sich beim Hotelteam.
Im folgenden Text geht es um „Fremdbestimmung“, „Befreiung“ und „wiedererlangte Souveränität“. Er handelt von „Dinge(n), die man ein Leben lang macht, aber eigentlich gar nicht machen möchte und das Supergefühl, dies einfach bleiben zu lassen.“ Heinz lässt das Publikum ein Mantra sprechen: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr und das Gute ist, ich muss auch nicht mehr.“

Wir kommen im Set zur philosophischen Klavierballade „Einen andern Menschen lieben“ (2025). Ein Beziehungslied über die lange gewachsene und vom echten Leben geprägte, reife Liebe.
Heinz Finger wandern über die Tasten, Manuel Lopez läßt die blaue Duesenberg schnurren. Matthias Ulmer zaubert (trotz Grippe) wie immer an den Keyboards. Jens tritt am Schlagzeug so sanft in den Song ein, das man sich fast gestreichelt fühlt von dieser musikalischen Zartheit. Basser Stefan Gade groovt sich souverän durch den Song. Nathalie Pütz und Andrew Gräser mit sanftem Zuspiel im Hintergrund. Gesanglich wie musikalisch. Insgesamt funktioniert die Band wie ein Schweizer Uhrwerk. Präzise, auf den Punkt. Das harmonische Zusammenspiel bietet Heinz den Raum, sich sicher zu fühlen in diesem „Safe Space“ und sein Bestes aufzubieten.
Im Set gibt es (wie Kalle schon schrieb) das ein oder andere geänderte Arrangement, sowie Gesangsspielereien - sowohl von Heinz, als auch von den (O-Ton Heinz) „Lerchen“ im Background: Natalie und Andrew.

„Immer für dich da 1“ kündigt Heinz stolz als „Kunze Lieblingslied“ seines guten Freundes Reinhard Mey an. Der Kenner weiß natürlich längst, dass es auch ein ganz wundervolles Duett mit Reinhard Mey dazu gibt. Zu finden auf dem Album „Ich bin Heinz Rudolf Kunze“ (2012).

Mit Mundharmonika wird das musikalisch beschwingte „Dann fängt die Liebe an“ eröffnet. Der Versuch zu ergründen, wann Liebe eigentlich beginnt. Mit einem feinen Solo vom Ulmi, der die Musik zum Song komponiert hat. Ebenfalls eine Single aus AuN.

Im folgenden Text sinniert Heinz nun über „Alkoholprobleme“ eines Nichttrinkers. Er hat das „Nüchternsein“ für sich entdeckt und bietet sich als „Nachhausefahrer“ an, „solange es noch eines gibt“. Darauf ein „Prösterchen“.
Wir treten die weiteste Rückreise des Abends an und ich tauche mit ein in die „Romanze“ vom 1981er Debütalbum „Reine Nervensache“. Diesmal lädt Heinz im Text zum (für ihn nicht sehr schmackhaften) Tofuessen ein. Für mich ein Highlight des Abends.

Dann geht es zurück zum aktuellen Album und die intensive Rockballade „Irgendwo“ brennt sich tief ein zwischen dem Sound verschiedener Instrumente und Ulmis Keyboard Outro. Manche Songs hört man einfach nur, diesen fühlt man. Mein Favorit vom neuen Album.
Ohne Übergang geht es weiter zu „Aller Herren Länder“. Das Publikum muss nicht lange gebeten werden mit einzusteigen. Die Band zelebriert den Klassiker während Heinz U2’s „I still haven’t found what I’m looking for“ einstreut, bevor er zur Mundharmonika greift und den Song weiterführt.

Den satirisch zugespitzten Text „Kacken ist Pop“ über die Entgrenzung der Popkultur kennt der ein oder andere Konzertgänger schon. Passend leitet er über zu „Gute Unterhaltung“ aus dem gleichnamigen 1989er Album. Umrahmt von Natalie und Andrew muss Heinz sich von den beiden ähnlich eines Rapper-Battle abwertende Bezeichnungen wie „Oberlehrer“, „Prinzipienreiter“, „Besserwisser“, u.ä. um die Ohren hauen lassen. Der erste Teil des Sets geht nach ca. 50 Minuten zu Ende.

——Pause——

Jetzt wird es politisch und eindringlich mit der wichtigen Botschaft „Jeder Tote einer zuviel“ (2025). Über die von Menschen gemachte „Stimmungsklimaveränderung“ geht es in „Die Angst geht um“ (2025). Die Band treibt Heinz durch letzteren Song. Fast fühlt man sich gejagt beim Zuhören. Ein beklemmendes Gefühl.

Im Text über Heinz Freund „Volker“ wird es politisch. Scharfsinnig wird das "Volk" am Beispiel des Freundes seziert und Heinz spricht über die „vergifteten Herrschaftszeiten“ in denen wir heute leider leben.

„Ich hab’s versucht“ von 1989 wird angestimmt. Intensiv und unter die Haut gehend wie eh und je.
Bergfest. Die erste Hälfte des Sets ist jetzt durch.

Die Abschiedsballade „Regen in meinem Gesicht“ (2009) mit Natalie als Gesangspartnerin lässt nachdenken über den Abschied aus einer Beziehung, auch wenn die Liebe noch da ist.

Politisch sarkastisch spricht Heinz in „Wir machen weiter wie bisher“ u.a. über den Rechtsruck im Land und die Unfähigkeit regierender Politiker gegenzusteuern.

Zum Ende von „Was bin ich wert“ (2025) verlässt Heinz die Bühne. Band, Natalie und Andrew batteln sich während des Chorus zum Song, während Jens Carstens am Schlagzeug auf sein Instrument regelrecht eindrischt.

Es geht weit zurück im Kunze Fundus und das schräge, gesellschaftskritische und doppeldeutige „Keine Reaktion“ (1982) wird gespielt. Zu Beginn mehr gesprochen als gesungen und von Natalie am Percussion Glas begleitet, kulminiert der Song am Ende in ein rein instrumentales Outro. Heinz findet, der Titel hört sich an wie der Soundtrack zu einem David Lynch Film oder alternativ zur Serie „Breaking Bad“.

Jetzt kommt der Hauptteil mit den Dauerbrennern, den 80er und frühe 90er „Allstars“, die viele Besucher erwarten, für die sie ins Konzert pilgern. Dieser Soundtrack vergangener Jahre ist geprägt von schönen, manchmal auch verklärten Erlebnissen, Erinnerungen an früher („weißt du noch damals“…?). Lieder, die auch mir in Fleisch und Blut übergegangen sind, die ich gerne mag. Ich schwanke bei den ersten Klängen zwischen wohlig freudiger Vertrautheit und (Ja! Ich gestehe!) einem winzigen (fast schon ketzerischen!) Hauch Überdruss, bevor ich mich dem (selbst gewählten!) Overkill hingebe und mit einstimme, in die seit Jahrzehnten ins Gedächtnis eingebrannten Melodien und Texte. Sie machen einfach immer wieder großen Spaß und bereiten dem Zuhörer (Ja! Hier! Mir auch!!) pure Freude beim gemeinsamen Abfeiern der "Allstars".
Draußen fährt ein Schiff vorbei. So nah und imposant an diesem engen Arm der Trave, dass es mich kurz ablenkt von meinen Gedanken und dem Geschehen auf der Bühne.
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Beim Klassiker „Eigene Wege“ (1988) springen die ersten im Publikum auf, animiert durch Gesten der Musiker. Von alleine traut man sich das ja selten bei Sitzkonzerten, schließlich möchte man niemandem die Sicht versperren. Die Lerchen (Natalie und Andrew) als Chorus. Es dauert nicht lange, bis der gesamte Saal steht und so bleibt es dann auch. Im letzten Drittel des Konzerts werden die Klassiker abgefeuert und vom Publikum ausgiebig gefeiert.
Nach „Vertriebener“ (1985) stellt Heinz, der bald die „7“ vor dem Komma stehen haben wird, die nun schon einige Jahre in dieser Formation bestehende „Verstärkung“ vor. Heinz, der (O-Ton) „sehr, sehr alte weise Mann“, stellt fest, „je älter man wird, desto mehr freut man sich, wenn sich Dinge nicht ändern.“
Die Band: Stefan „die Hamburger Legende“ Gade, Jens „Mr. Schlagzeug aus dem Norden“ Carstens, Ostwestfale Andrew „Allzweckwaffe“ Gräser, Natalie „die gute Fee“ Pütz aus Hamburg, Matthias „mit den sieben Armen“ Ulmer aus Stuttgart, Manuel „Traumgitarrist“ Lopez aus München.

„Mit Leib und Seele“ (1986) lässt Raum für Lopez Gitarren Solos, der mit einer Ruhe und entspannten Gelassenheit seiner Arbeit nachgeht. Heinz fühlt sich an seiner musikalischen Seite (O-Ton) „geborgen“.

Im Text „Sieben Jahrzehnte gelebt“ sinniert Heinz über (fast) 70 Jahre gelebtes Leben und über (sein) Grabstein Motto, den Sinnspruch „Bin gleich zurück“.
Mit sanfter Stimme führt Heinz das Publikum in „Herz“ ein, bevor die Menschen alleine weitersingen dürfen. Nach diesem (O-Ton Heinz) „hinreißenden“ Intro wird „Dein ist mein ganzes Herz“ (1985) wie immer zelebriert und ausgelassen gefeiert. Viele nach oben gestreckte Arme versuchen mit ihren Handykameras Erinnerungen zu speichern. Ein Siedepunkt des Konzertes. Der Applaus hält lange an.

Abgang Band und Heinz. Nicht lange, bis der Tross unter dem Jubel des Publikums wieder die Bühne erklimmt und weiter geht es mit dem ersten Zugabenblock.

„Leg nicht auf“ (1994) macht den Anfang. „Ich kann zuhör’n bis die Balken sich biegen und die Nacht vor Müdigkeit aus dem Zifferblatt kippt“. Für mich mit eine der schönsten Zeilen, die Heinz jemals geschrieben hat.
„Alles was sie will“ (1989) folgt im Anschluss. Heinz setzt sichtbar freudig Akzente mit der Mandoline. „Mabel“ (1986) als dritte im Bund komplettiert den ersten Zugabenblock.

Kurz verlassen Band und Künstler die Bühne, um dann unter dem „Lola“ Chorus des Publikums wieder zurück zu kehren. Die Band animiert das Publikum mit der Laola Welle. Heinz kündigt an, dass er eigentlich einige Texte über das Gendern machen wollte, es dann aber hat sein lassen, da ja alle wissen, dass er dagegen ist. Sowieso hätte er eigentlich gar kein Recht dazu, da ausgerechnet er 1984 die Genderdebatte mit der VÖ von „Lola“ angestoßen hätte und spielt die ersten Takte auf der Gitarre.

„Lola“ ist der erste Song des zweiten Zugabenblocks. Hier hat Heinz Crew Begleiter eine kurze Einlage. Im Kellner Outfit kommt er auf die Bühne und trägt ein Tablett mit Bier („ich bestellte noch Bier“). Heinz nippt am Glas und bezahlt die Bestellung. „Lola“ endet musikalisch besonders exzessiv, fast möchte man orgiastisch sagen. Die Band spielt wie in einem Rausch. Der Song kulminiert in einem Medley verschiedener Titel von „You really got me“ (Kings) über „Marmor, Stein und Eisen bricht“ (Drafi Deutscher) bis hin zu „Troy“ von den Fantastischen 4 und endet mit Van Morrisons „Gloria“. Der Stammgast kennt diesen Exzess so schon von der letzten Tour. Macht sehr viel Spaß die Nummer.

Mit „Wenn du nicht wiederkommst“ (klassisch präsentiert) aus dem 1991er Album „Brille“ endet der zweite Zugabenblock. Eine letzte Verbeugung der gesamten Mannschaft. Abgang von der Bühne und Wiederkehr zur wirklich allerletzten Zugabe des Abends. Mit „Ich brauch dich jetzt“ (1986) werden die Besucher des intimen „Warm-up“ Konzertes in den Abend entlassen.
Band und Künstler verschwinden gelöst und zufrieden im Backstage. Draußen ist es dunkel geworden. Von den Schiffen im Hafen und der gegenüberliegenden Seite leuchtet es rüber in die „Beach Bay 1“. Selten erlebt man HRK & Verstärkung noch so nah wie an diesem Abend in der Lübecker Bucht. Nach dem ersten Eindruck freue ich mich darauf, die kleinen Spielereien und Feinheiten im Programm zu entdecken, die man beim ersten Mal gar nicht komplett erfassen kann. Ich bin jetzt bereits auf Betriebstemperatur.
Richtig los geht es Anfang Oktober in den großen Hallen des Landes. Die Tour dauert bis Anfang November, führt von Leipzig bis Aurich, umfasst 21. Stationen und bietet 44 Jahre HRK Werkschau.

Zweite Konzerthälfte:
Ca. 1h 35min


After Show

Mit der Autofähre geht es für uns wieder rüber nach Travemünde. Heinz reist mit derselben Fähre heim. Er sieht zufrieden und glücklich aus. Wir, die kleine angereiste Fantruppe fahren zurück in die Unterkunft. Der HRK Klönschnack after show dauert noch länger. Da schläft der Hund unserer Gastgeberin bereits tief und fest, eingerollt im Lesesessel. Das strahlt Ruhe und Behaglichkeit aus. Ich bin müde, nippe am Rotwein und freue mich auf mein beschauliches Zuhause morgen und die vorfreudige Zeitspanne bis zum Tourstart in Leipzig am 09. Oktober.
Die Spannung ist da. Was kommt noch dazu im Set? Welche Inszenierung (Videostories? u.a.) - der dann großen Produktion- hat man sich diesmal ausgedacht!?
Wie es wohl wäre, wenn Heinz „Stein“ ins Set nehmen würde? Seit Jahren schon warte ich darauf, den Song mal wieder live zu hören. Vielleicht als Rausschmeißer im Set der AuN Tour? Wobei er Stein auch sehr gerne mal irgendwann ins Soloprogramm aufnehmen dürfte. Da bin ich nicht kleinlich. So sind sie, meine heimlichen Wünsche. Ich hab sie an den Weihnachtsmann geschickt. Vielleicht gibt’s den ja doch.
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

Danke - so eine wunderbare Sonntagnachmittag Überraschung! Dein Schreibstil, deine detailierte Berichterstattung ist echt total der Hammer. Da kann jeder Leser wirklich nacherleben und neugierig werden. Ich denke mal Du hast keine KI genutzt, denn "Vorgeplänkel" (lach) ist Claudia´s eigene Eröffnung und würde von anderen Mitmenschen ausser natürlich Wunderkindern, bzw. KUNZE Fans eh nicht verstanden, schon überhaupt nicht im Zusammenhang mit einem Konzertbericht. Die Spannung, Vorfreude steigt und genügend Fragezeichen hast Du ja selber noch vorgegeben! Oh man, noch ein Duzend Tage und der Goldene Oktober für KUNZE Fans startet. Ich freu mich total Dich und viele Fans wieder zu sehen, gemeinsam die Konzerte der ANGEBOT UND NACHFRAGE TOUR 26 "durchzuleben". Wir sehen uns... und an Claudia sagen wir mal so, (Ich) Wir wünschen uns von Dir mehr Titel 7 AuN
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von MartinB »

Hey Claudia, wow, danke. Toller Bericht mit feinen Details für den Hardcore-Fan gespickt. Nach dem lesen fühlt es sich ja fast an, als hätte man das Konzert selbst miterlebt... Du hast echt die Gabe, so ein Geschehen plastisch abzubilden.

Kleine Frage: was hat man sich denn unter "Glas-Percussion" vorzustellen?
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von CL »

Bei „Keine Reaktion“ nutzte Natalie für die Perkussion ein Trinkglas (sah für mich zumindest danach aus) und klopfte mit einer Art „Schlägel“ darauf ein.
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

Wir möchten aus unseren TOURNEE-Erfahrungen ein ANGEBOT machen UND eure NACHFRAGE kanalisieren.

Der Merchandisingstand in den Konzerthallen ist gerade bei Sitzkonzerten inzwischen zum Kommunikationstreffpunkt der KUNZE Fans und Interessierten geworden. Im Umfeld kann man Gespräche führen, plaudern, Erfahrungen, Eindrücke austauschen und wer möchte miteinander den persönlichen Kontakt aufnehmen. Wir wissen z.B. das aktive Wunderkinder wie Claudia, Oliver, Dieter, Kalle u.v.m bei mehreren Konzerten anwesend sind und sich gerne mal zum Austausch verabreden und ansprechen lassen. Wir schlagen vor bei Interesse, sich HIER unter Kommentare mit seinem Konzertort einzutragen und so kann ggf. ein persönlicher Fankontakt schon vor oder nach der Show stattfinden. Wir freuen uns auf Euch... - Ah ja vielleicht noch ein Erkennungzeichen "Rose im Knopfloch!" vereinbaren (lach).
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von CL »

Ich häng mir in München ein Lebkuchenherz um den Hals mit der Aufschrift „HRK! I mog di“ Reicht das als Erkennungszeichen?
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

Probentag Donnerstag 08.10.2026 - Der „goldene Oktober 26“ startet mit HEINZ RUDOLF KUNZE im Haus Auensee in Leipzig!
Nach den ersten Tourneeproben in Lübeck-Travemünde vor rund zwei Wochen, wurde nun wieder fleißig für nochmal 4 Tage das Set geübt, verfeinert und vieles Notwendige auf den Weg gebracht. Die Tourneebühne inklusive Überraschungsmomente der KUNZE-Art war nun komplett eingerichtet und bereit zur Generalprobe... bis 18 Uhr. Die Trucks mit Auflieger warten fast ungeduldig auf ihre Fracht, um die Show als ANGEBOT durch Deutschland zu tragen und die hohe NACHFRAGE zu befriedigen. HEINZ RUDOLF KUNZE wie immer wortgewaltig, rockig, wütend, melancholisch und dabei immer direkt, nahbar und ehrlich. Seine Texte sprechen von Liebe, Alter, Identität, Vergänglichkeit und unserer zerrissenen Gesellschaft. Er singt keine einfachen Lieder - er erzählt Geschichten, die berühren und nachhallen. Gemeinsam mit seiner Mega-Verstärkung entfacht er auch 2026 ein Feuerwerk: packende Rock-Momente, bewegende Balladen und diese unverwechselbare Sprache, die ihn seit Jahrzehnten zum Rockpoeten Deutschlands macht. Endlich geht es los... man sieht sich!
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Kalle
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

„Goldener Oktober 26“ startet mit HEINZ RUDOLF KUNZE in Leipzig!
Der große Rockpoet geht ab heute auf große Angebot und Nachfrage Deutschland Tour.
LEIPZIG Nach den ersten Tourneeproben in Lübeck-Travemünde vor rund zwei Wochen, wurde nun wieder fleißig für nochmal 4 Tage im Haus Auensee in Leipzig das Set geübt, verfeinert und vieles Notwendige auf den Weg gebracht. Die Tourneebühne ist nun komplett eingerichtet und soll heute Abend am Freitag, dem 9. Oktober um 20 Uhr ihre Feuertaufe erleben. Sound, aber auch Video-, Lichtanlage und die aufwendige Bühnentechnik insgesamt, wurde während der letzten Tage eingerichtet, ausgerichtet und so vorbereitet, dass quasi alles für ein optimales Konzerterlebnis funktioniert. Auch das schnelle Ab- und Neu-Aufbauen, der schnelle Transport von Stadt zu Stadt muss schließlich minutiös, bis ins kleinste Detail ausgetüftelt und umgesetzt werden. Da müssen ganz viele Rädchen zusammenlaufen, um so eine doch große Produktion wie ein Uhrwerk funktionieren zu lassen. Uns Wunderkinder beeindruckt es jedenfalls immer wieder. Welch eine komplexe Logistik dahinter steht, aber auch mit welcher Ruhe und Gelassenheit die erfahrene, großartige Crew das alles perfekt auf den Punkt hinbekommt.
Heute also zur Freude der Fans zum ersten Mal Live – die Premiere auf „großer Bühne“ HEINZ RUDOLF KUNZE & Mega-Verstärkung mit „ihrem“ ANGEBOT im Haus Auensee was nach eigener Aussage: „HEINZ Wohnzimmer ist“. Natürlich mit leichter Anspannung, gekennzeichnet von voller Konzentration und Neugierde seitens der Musiker, der gesamten, vielköpfigen Crew ob dieses, seit langem geplante Menü von neuen, aber auch alten, bekannten Songs, die gesamte „Bühnenshow“, nicht zuletzt die Zwischentexte den Fans wohl schmecken würde? Aber zunächst starten wir mal mit dem Intro um 20 Uhr und bewerten alles dann zum Schluss.
Zu Beginn hört man HEINZ auf einem Intro vom Band (1) „Der große Tag der Abrechnung“. Während dessen erobert die Verstärkung die Bühne und HEINZ kommt wenig später unter tobenden Applaus nach. Die erste Nummer in diesem Tourneestartkonzert nach dem Warm Up ist (2) „Besuch mich Marie“. Es ist kein typischer Opener, soweit es so etwas bei HEINZ überhaupt gibt, er kommt ohne klassischen Refrain aus, eröffnet mit einem Keyboard-Thema, das uns spontan mal an die 80th-AOR-Soupergroup Journey erinnert und dann auch sehr schnell die anderen Instrumente mit hinein holt. Jens Carstens legt sofort ein schönes Tempo vor. Der Song kommt augenzwinkernd daher, obwohl HEINZ reichlich mehr oder weniger nachvollziehbare Missstände aus dem täglichen Leben aufzählt. Er führt also weniger problembeladen als hoffnungsvoll in das Konzert ein. Nicht verzagen, das Positive suchen, Freunden auf die Bude rücken. Probleme nicht alleine lösen. Wir erfreuen uns jedenfalls an der kraftvollen, dabei aber auch luftigen Nummer zum Start. Es folgt (3) “Wir sind wir” Der Song fast aufreizend fröhlich, mit einer Melodie die auch im Bierzelt funktioniert überrascht sicher die Altfans durch seine ansteckende Fröhlichkeit, aber nimmt alle Zuhörer eben mit ins KUNZE Universum, wo durchaus auch Leichtigkeit zum Programm gehören kann! Der Text ist irgendwie auch „unkunzig“, das lala lala la lalala auf jeden Fall, aber die Nummer ist nicht besonders lang und funktioniert dann eben doch ganz gut als kurze Atempause.
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So – jetzt folgt die erste klassische HRK-Klavierballade. (4) „Einen andern Menschen lieben“ Unterlegt mit einer zauberhaft altmodischen Gebläseorgel, der schmachtenden Sologitarre, wunderschön gesungen und getextet. Obwohl aus dem aktuellen Album, ein fast schon vertrauter Song, weil eben vom ersten Takt an klar zuzuordnen. Ein unkopierbares Alleinstellungsmerkmal von HEINZ mit einer natürlichen Schönheit, in der Tradition großer deutscher Dichtkunst sinniert er über die Liebe. HEINZ Lieblingszeile auf dem Album: „Es ist wie in der Luft nach Gold zu sieben, am Ende ist das Sieb voll Sonnenlicht.“ Solche Worte fließen mitunter einfach aus ihm heraus. „Das ist so ein Moment, da lehnst du dich zurück und denkst: Wo kommt das jetzt her? Wer hat mir das gerade geschenkt?“ Es folgt nun für uns, eine kleine Überraschung im Set (5) „Immer für Dich da 1“ (2005 Das Original) Text und Musik Heinz Rudolf Kunze. Ihr erinnert Euch? Es gab ja seinerzeit noch eine zweite Version mit Musik von Heiner Lürig und weil man sich „naja“, wohl nicht einig werden wollte, welche nun die „bessere Version“ war, hat man netterweise die Entscheidung den Fans überlassen hat. (lach) Beide Versionen sind auch auf dem Livemitschnitt von den Rockpalast-Konzerten im Capitol Hannover am 21. und 22. Dezember 2004 anlässlich des HRK 25-jährigem Bühnenjubiläum. (DVD 2005 - Man sieht sich – 25 Jahre HRK) Die nächste Nummer (6) “Dann fängt die Liebe an” ist das Fluffige, recht Positive, Gefällige welches durchaus ein wenig an „Santiano“ erinnert, was keinesfalls despektierlich gemeint ist. Neben einem sehr schönen Gitarrenarrangement zwischen akustisch und elektrisch sorgt nämlich vor allem eine hohe Flötenstimme für friesisches Flair. Wohlfühlatmosphäre, auch durch eine sehr einschmeichelnde Melodie. Legendäre Zeile in der Mitte des Songs: “Wenn man mit offenen Augen Zwiebeln schält und sie leuchten dann."
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Am Klavier sitzend ein wirklicher Klassiker (7) „Romanze“ (1981 Reine Nervensache) ein ironisches, melancholisches Stück über radikale Selbstgenügsamkeit und Einsamkeit. Inzwischen ja absolut aktuell, denn die Vereinsamung in unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu, selbst unter jungen Leuten. Das Lied stammt aus den ganz frühen Jahren und ist typisch für den frühen Kunze, der literarische, intellektuelle und stark textbezogene Ansatz, der Alltagsbeobachtungen mit tiefem spleenigen Humor und Seelenanalyse verbindet. So wie bei (8) “Irgendwo” wo wir schon wieder die Höchstwertung ausloben können. 40 Jahre nach “Vertriebener” gibt HEINZ nämlich hier die durchaus versöhnliche Antwort, dem Ankommen deutlich näher gekommen zu sein, aber ohne es vollendet zu haben. Zitat: „Ich bin Zuhause in dieser Sprache, die nach geschundenen Träumen klingt und die doch unzerstörbar Reste von Hoffnung hat, wenn man sie singt.“ Der Song pendelt zwischen ruhigen, Keyboard getragenen Strophen und einer kraftvoll verzerrten Gitarrenwand im Refrain. Auch ein dezentes Streicher-Arrangement ist wieder dabei. Großartig auch, dass man “Irgendwo” am Ende einen längeren Instrumentalteil spendiert hat und so die zusammenlaufenden Themen noch eine Weile wunderbar fließen lässt. Weiter geht es mit dem engagierten, sehr bekannten (9) „Aller Herren Länder“ (1999 Korrekt) der letzte ganz große Radiohit als sogenannte Single. Das Lied nimmt sich mit unterschiedlichem Ansatz dem Flüchtlingsthema an, welches ja leider immer wieder gespenstischer Aktualität bekommt. Apropos "Aller Herren Länder", von der geilen Version auf Werdegang ist nicht viel übriggeblieben. Das aktuelle Arrangement, die wiederum relativ neu ist, gehört eine mächtige Schlagzeug-Figur von Jens und vor allem die gedehnt verzerrte Gitarre von Manuel Lopez, sie erinnert zunächst mal ein wenig an "Biko", bevor man dann erkennt um welchen Song es sich handelt.
Text
Im Set verglichen mit dem WarmUp-Konzert in Lübeck-Travemünde, um sieben Plätze nach vorne gerückt, wohl aus „dramaturgischen Gründen“ ist (10) „Meine eigenen Wege“ (1988 Einer für alle) der erste Gassenhauer, um die Bewegung im Haus Auensee wieder hochzufahren. Das klappt in Sekunden, die Nummer kennt jeder aus dem FF, deshalb auch keine Experimente. D.h., am Ende wechselt Heinz in "Go your own way" von Fleetwood Mac. Also noch eine weitere Nummer die ebenfalls, na sagen wir mal überraschend umgestaltet und zum Schluss hin plötzlich zur absoluten Wohlfühl- und Mitschwingnummer wird. Zu diesem Zeitpunkt kann man feststellen, dass die Künstler sich viel Gedanken über die Produktion dieser Tournee gemacht haben. Die Show hinterlässt schon jetzt einen bleibenden Eindruck. Die aufwendige Produktion mit für den außen Stehenden technischer Leichtigkeit, Raffinesse und das alles Problemlos dargeboten, macht einfach Lust auf mehr und da kommt ja noch einiges. Absolut passend folgt nun (11) „Gute Unterhaltung“ (1989 Gute Unterhaltung) die zynische Bestandsaufnahme der medialen Dauerberieselung und Ignoranz gegenüber globalen sowie politischen Krisen. Der Songtext reiht reißerische Schlagzeilen, Umweltkatastrophen und weltpolitische Probleme aneinander (vom Bundestag über das Männlein im Regenwald bis zum treibenden Tanker). Die ernüchternde Kernzeile „Kein Problem, gute Unterhaltung“ entlarvt die Haltung unserer Mediengesellschaft, die alles – egal wie schrecklich – konsumiert und als reinen Zeitvertreib abbügelt „Macht nichts! Macht nichts! Einer geht noch rein!“ So kann HEINZ mit Verstärkung dann auch prima in einer Polonäse, als fröhliche Menschenschlange von der Bühne gehen und damit die Pause einläuten. Abgang…
PAUSE………………………………………………………ca. 25 Minuten …….…………
Aus der Pause kommend ist es zunächst mal vorbei mit der „Fröhlichkeit“. Es wird beklemmender mit (12) “Jeder Tote ist einer zu viel”. Ein aufwändiges Intro und deshalb schon der ideale Opener für den zweiten Konzertteil. Lyrisch eine Art moderne Pazifismushymne, deren Message leider an der Wirklichkeit scheitert. Im offiziellen Pressetext zur Albumveröffentlichung heißt es dazu: Große Philosophie, denn niemand wird bestreiten, dass dem so ist. Doch wenn es dann in der Strophe heißt: „Wer um sein Leben kämpft, hat immer Recht“, wird man doch etwas nachdenklicher. Was ist noch moralisch im Krieg? Fühlten wir uns in Europa lange auf einer Insel des Friedens, kommen die Geister des Krieges heute immer näher und pochen an unsere Tür. Statt weiter abzurüsten, bewaffnen wir uns wieder. Der Kreislauf hat von Neuem begonnen – und es scheint, als taumle die Welt so langsam ihrem Ende entgegen. Jegliche Bemühungen der Menschheit, in Frieden zu leben, sind gescheitert. Offenbar gehören Krieg und Frieden zusammen wie Ying und Yang. „Jeder Tote, einer zu viel“ erzählt nicht vom naiven Hippietraum ewigen Friedens, kommt aber auch nicht pessimistisch daher, sondern präsentiert uns eine mögliche Lösung: Nächstenliebe. Fasst muss man jetzt befürchten die Feierstimmung wird Zusehens, Zuhörens schlechter, aber HEINZ RUDOLF KUNZE Konzerte waren immer schon ein gewaltiges, oft aufrüttelndes Erleben und Durchleben. Über (13) “Die Angst geht um” könnte man jetzt eine Stunde philosophieren. Ein kantiges und sehr prägnantes Manuel Lopez Gitarrenriff durchzieht das Stück, es wird gut hörbar bedrohlich und HEINZ Stimme fast anklagend. Ein hammergeiler Rocksong mit Wirkung. In welche Richtung HEINZ seine Sorge um die Meinungsfreiheit adressiert, bleibt günstiger Weise offen. Da ist viel Interpretationsspielraum und die Angst vor den Auswüchsen der Wokenessbegeisterten findet sich hier ebenso wieder, wie die Angst vor den und dem Reaktionären. Ein Text der hier ganz besonders ein Angebot darstellt und die Nachfrage für das Zielthema ist offen. Das Schlagzeug dominiert mehr als auf der Albumversion und erzeugt dadurch noch mehr Eindringlichkeit. Jens gibt am Ende richtig die Schießbude das es nur so knallt.
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Weiter mit (14) „Ich hab´s versucht“ (1989 Gute Unterhaltung) Die geniale Ballade "Ich hab versucht" kommt diesmal an sehr überraschender Stelle, war es früher oft der klasse, ruhige Schlusspunkt eines HEINZ RUDOLF KUNZE Konzerts, kann es heute Abend durchaus als Rahmen für alles bislang Geschehene und noch Folgende herhalten. Schließlich hat HEINZ, die Verstärkung, das Publikum bislang schon richtig begeistert und die Fanherzen höherschlagen lassen. „Ich war und bin und bleib für immer Ohne dich verloren“… adressiert HEINZ wohl bei diesem Lied an seine Fans, seinem Publikum. Die begeisterte Anhängerschaft fühlt sich in dem Moment ohne HEINZ natürlich genauso verloren und so entsteht ein wohliges Band der Sympathie. Feuchte Augen? Sind das glückselige Tränen? Nein es ist dann doch wohl (15) „Regen in meinem Gesicht“ (2009 Protest) Der Song wird überwiegend von traurigen Klavierakkorden getragen und ist live natürlich sehr intensiv, als lyrisch phänomenales, unkitschiges Liebesdrama. Seufz - So schön…! Oh HEINZ versteht es sein Publikum zu berühren!
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Mit (16) “Was bin ich wert” wird es nun nachdenklicher. Keyboard Intro schönes E-Piano und HEINZ fragt mit ausdrucksstarker Stimme, wie er rückblickend seine eigenen Maßstäbe zu erfüllen in der Lage war. Ein hochaktuelles Thema in einer immer egoistischer werdenden Welt, in der viele im Traum nicht auf die Idee kämen, sich diese Frage zu stellen, auch wenn sie in das reifere Alter kommen. Eine Antwort gibt der schwermütige Song nicht, denn wer so fragt hat zwangsläufig Zweifel. Nach 30 Sekunden kommt das Schlagzeug dazu, die Gitarren halten sich gedämpft im Hintergrund und traumhaft schöne Keyboards variieren sich durch den Song. Höchstwertung! (17) „Keine Reaktion“ (1982 Eine Form von Gewalt) Hier verarbeitet HEINZ satirische und zynische Beobachtungen über Zeitgeist, Entfremdung und politische beziehungsweise gesellschaftliche Lethargie (Schnaufende Fettsucht / In allen Krisenstäben). Der Protagonist beschreibt eine entrückte Existenz im Wohnwagen (Im Caravan Streamline), während um ihn herum die Welt stagniert oder mechanisch funktioniert. Der Song ist sicher einer der künstlerisch spannendsten und kompromisslosesten Phasen des HEINZ RUDOLF KUNZEs vor seinem kommerziellen Durchbruch. Unter Fans das typische Beispiel für intellektueller Sarkasmus der frühen Kunze-Jahre, der weniger auf gefällige Mitsingmelodien als auf textliche Schärfe setzte. Stellen wir nun den Strom wieder an und kommen zu (18) „Vertriebener“ (1985 Dein ist mein ganzes Herz) Ein Song vom erfolgreichen „Dein ist mein ganzes Herz“-Album und auch 2025 im Set der Jubiläumstour natürlich! (lach). HEINZ verarbeitet im Lied die Erinnerung und die Nachwirkungen der NS-Zeit seine Herkunft, Elternhaus und Tabus. Er thematisiert offen die SS-Vergangenheit seines Vaters und das Gefühl einer heimatlosen Kindheit im Nachkriegsdeutschland. Der Refrain („Ich bin auch ein Vertriebener“) bricht mit starren Definitionen von Heimat; das Gefühl, überall anzuecken und nirgendwo ganz dazu zu gehören, steht im Vordergrund. Der Song entstand auch in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Komponisten Heiner Lürig und wurde von Kritikern wegen seiner emotionalen Radikalität und Ehrlichkeit geschätzt. Musikalisch verbindet das Stück kraftvollen, eingängigen Gitarrenrock mit einem ungewohnt direkten, unverkrampften Text abseits seiner sonst oft metaphorischen Bildsprache. Vor dem Finale des regulären Sets, welcher Song wohl das Konzert beendet? …dreimal darf man raten! kommt nun die Zeit dem Haus Auensee, nach den vorherigen musikalischen Brocken die Leichtigkeit zurückzugeben. (19) „Mit Leib und Seele“ (1986 Wunderkinder) ist da eine sehr gute Möglichkeit, zumal hier wieder alle Fans Jung und Alt im Thema sind. Man kann natürlich sagen, ach nee nicht schon wieder, aber zum einen ist die aktuelle Verstärkung durchaus in der Lage auch diesem Lied mit „ihrer Liveversion“ neues, druckvolles Leben einzuhauchen und alle Konzertbesucher wollen es sowieso, weil man u.a. so viele gute Erinnerungen daran hat. Ein schönes, tolles Schicksal, was dieses Lied mit „Dein ist mein ganzes Herz“ und einigen anderen Kunze Singles nunmal zurecht teilt.
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Tja – richtig geraten! (20) „Dein ist mein ganzes Herz“ (1985 Dein ist mein ganzes Herz) Im Jahr 2025 so oft wie lange nicht mehr in diversen TV-Sendungen präsentiert und natürlich im vergangenen Jubiläumsjahr überschwänglich gefeiert, auch neu im Duett mit Annett Louisan sagenhafte Klickzahlen, verlangt das Publikum diesen Megahit auf jedem Konzert seit 1985 und so auch hier. Wir glauben niemand in der Halle, der ihn nicht kennt und mitsingen kann. – Abgang…
Zugaben sind die Kür für das Publikum, das in diesem Teil des Konzertes, zu alt bekanntem KUNZE Liedgut ausrasten möchte, durchaus gewollt und darf. Kein Problem, gute Unterhaltung möchte man als Kunze Fan antworten und dem Wunsch aus den Fanchören „Wenn Du nicht wiederkommst… ohooo ohooo, wenn Du nicht...“ wird gerne entsprochen und da ist HEINZ und alle Verstärker wieder auf der Bühne und wollen gemeinsam mit den Fans abfeiern.
Zugabenblock 1 - Der erste Block beginnt mit (21) „Leg nicht auf“ (1994 Kunze: Macht Musik) Für uns ist nämlich “Leg nicht auf” die eigentliche Speerspitze der zahlreichen AirPlay-Favoriten. Das perfekte in seiner einzigartigen Botschaft und Darbietung. Weiter geht´s mit der sicheren Bank Liebeslied (22) „Alles was sie will“ (1989 Gute Unterhaltung) Kritiker und Fans schätzen den Song bis heute für seinen treibenden Rhythmus, die rockige Dynamik und den typischen Kunze-Tonfall, der Verletzlichkeit mit Entschlossenheit paart. Er gehört natürlich zu den festen Live-Klassikern! (23) „Finden sie Mabel“ (1986 Wunderkinder) kaum sind die ersten Töne zu hören, der Text „Ich hab ein Foto dabei“ gesungen, geht die Party weiter…! Ja so soll es sein! Es gibt kein Halten mehr und selbst Mitmenschen die eher Zurückhaltung üben, lassen sich mitreißen und wippen locker mit. – Abgang…-
Zugabenblock 2 - Nach kurzem „Verschnaufen und Flüssigkeitshaushalt ergänzen“ vor und hinter der Bühne wird die Stimmung im Saal neuerlich angeheizt, obwohl die Luft, die Temperatur schon kurz vorm kochen ist. (24) „Lola“ (1984 Ausnahmezustand) Dieser Song brachte HEINZ, der zuvor als intellektueller „Niedermacher“ bekannt war, den großen kommerziellen Erfolg und ist heute Abend mal wieder als Mitsing-, ach was Mitmachlied eine sichere Nummer. HEINZ outet sich mit schmunzeln, als Vordenker und eigentlicher Erfinder der Wokeness Bewegung in Deutschland. (lach) Dann mittendrin „…und bestellte noch Bier“ – was passiert jetzt? Rudi Carell würde sagen – „Lasst Dich/Euch überraschen!“ Festzuhalten bleibt - wie immer bei der „Lola“ es fliegt also noch mal die Kuh! (25) „Wenn Du nicht wiederkommst“ (1991 Brille) Jetzt und in diesem Hexenkessel funktioniert dieses Lied perfekt, wie zu seiner Bestimmung, vorgesehen. Wie oft gehört, wie oft gesungen, manchmal bedrohlich „Wehe, wenn du nicht wiederkommst!!“ – Wir kommen Backstage und werden weiter feiern! Wieder Verabschiedung, wieder eine sichtbar aus dem Wasser gezogene Band und wieder ein Auditorium, welches noch nicht genug hat. Also der perfekte Abschluss könnte man meinen, aber diesmal ist die Aufforderung zum Wiederkommen tatsächlich nicht vergebens. Es folgt zwar der dritte Abgang…, aber tatsächlich wollen Alle noch weiter machen! - nur kurz, aber vielleicht auch nur zur eigenen Beruhigung, dass das tobende, begeisterte Publikum vor der Bühne kein Traum ist, sondern die Realität, das Ergebnis eines fulminanten Konzertabends wo es an nichts gefehlt hat.
Zugabe 3 - Tatsächlich kommt HEINZ und die komplette Band nochmal zurück auf die Bühne, nimmt aber einen Gang raus und spielt die dritte Nummer aus dem Album „Wunderkinder“ die wunderschöne Ballade (26) „Ich brauch Dich jetzt“ (1986 Wunderkinder) als Band Version mit Play off. Jetzt schleichen sich alle quasi aus dem Konzert, offensichtlich erschöpft, aber voll zufrieden und glücklich über diesen gelungenen Tourneestart in Leipzig. Das ANGEBOT war echt riesig und im Hinterkopf ist bei allen Beteiligten noch rund 4 Wochen Tournee, also NACHFRAGE vor sich zu haben. Da darf dann nach rund zweieinhalb Stunden auch Schluss sein! Abgang…-
Fakt ist: Wir haben eine ausgesprochen energiegeladene, abwechslungsreiche, künstlerisch hochwertige und toll ausbalancierte Tourneekonzert-Premiere erlebt, die auch Besucher mit ganz hohen Erwartungen hochzufrieden nach Hause entlässt. HEINZ RUDOLF KUNZE wortgewaltig, rockig, wütend, melancholisch und dabei immer direkt, nahbar und ehrlich. Seine Texte sprechen von Liebe, Alter, Identität, Vergänglichkeit und unserer zerrissenen Gesellschaft. Er singt keine einfachen Lieder - er erzählt Geschichten, die berühren und nachhallen. Gemeinsam mit seiner Mega-Verstärkung entfacht er 2026 ein Feuerwerk: packende Rock-Momente, bewegende Balladen und diese unverwechselbare Sprache, die ihn seit Jahrzehnten zum Rockpoeten Deutschlands macht. Das ANGEBOT ist perfekt, mehr Hits, mehr Haltung, mehr Kunze geht nicht UND wird die NACHFRAGE noch weiter erhöhen.
Wir haben als Wuki-Redaktion wiedermal versucht unsere Eindrücke vom Tourneeauftakt fest zu halten, immer mit dem Vorsatz nicht allzu viel zu verraten, zum Beispiel Kommentare zu den für Kunze Kenner ach so wichtigen Zwischentexten und deren Inhalt (lächel). Bleibt einfach neugierig und schaut´s und hört´s Euch selber an. Macht Euch ein Bild von HEINZ RUDOLF KUNZE 2026 mit jeder Menge ANGEBOT UND ganz viel Spaß bei der NACHFRAGE. Der Deutschland weite „goldene Oktober 26“ ist auf dem Weg und niemand sollte ihn verpassen!

Kalle und R.I.P. Franky (Frank Uwe Thofern)*
*= einige in diesem Konzertbericht verwendeten Textpassagen, Redewendungen stammen von dem im Januar 2026 viel zu Früh verstorbenen Freund und Wunderkind. Wir vermissen ihn sehr.
Besetzung: Heinz Rudolf Kunze, Matthias Ulmer, Jens Carstens, Manuel Lopez, Stephan Gade, Madeleine Lang, Andrew Gräser
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von manuelg »

Ich bin nicht tot - aber schlichtweg sehr enttäuscht über diese in weiten Teilen einfallslose u. an Frechheit grenzende Setlist, v.a aus der Perspektive langjähriger treuer [Live-]wegbegleiter*innen.

WIE kann man(n) sein eigenes Werk größtenteils so bloßstellen, ignorieren u. es sich wohlfeil so einfach machen ...

Wenigstens eine Überraschungsnummer hätte es zwingend in den Zugabeblock schaffen müssen.
So endet das Konzert quasi nach ca. 110 Minuten, zumindest für mich.

Und warum [Kalle?] der Teaser, man werde am Set zw. Travemünde u. Leipzig auch setlistmäßig noch modifizieren/ feilen ...
Zitat: "Allerdings noch nicht das ganze komplette Tour-Set wurde an diesem Abend gespielt, ein klein wenig Spannung sollte also noch bis zum eigentlichen Tourstart im ehrwürdigen Haus Auensee Leipzig am 9. Oktober schon noch erhalten bleiben."
Ich Trottel habe mich geirrt u. tatsächlich davon geträumt, dass noch 3-4 "Klassiker" gedroppt u. durch Hochprozentiges ersetzt werden würde u. das Programm somit zumindest künstlerisch aufgewertet worden wäre.

Zudem fehlen dem Angebot mit "Sie sind Migranten", Mehr von dir", dem grandiosen "Ich bin tot" u. "Du musst dich irren" 4 veritable A & N - Stücke im Liveaufgebot.
Im Gegenzug hätte ich auf den lauen Aufgelopp mit den 4 harmlosesten u. schwächsten A & N - Songs gerne verzichtet - selten sooo einen zahnlosen Setauftakt in Erinnerung.

Auch HL dürfte mit diesem Livepotpourri seine "Probleme" haben.
Herzlichste Grüße an dieser Stelle!
GEIST ist geil!

HRK, 2013
Kalle
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von Kalle »

Starke Fotos der Premiere gibt's hier
https://photos.app.goo.gl/dKPjxkUNjahnK ... sn=scwspmo

Danke Dieter Großmann
MartinB
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Re: TOURTAGEBUCH 2026 - Angebot und Nachfrage

Beitrag von MartinB »

Wow, großartige Berichterstattung! Wie schafft ihr das so zeitnah, so ausführlich und so einfühlsam innerhalb von Stunden nach dem Ereignis zur Verfügung zu stellen? Die eingebauten Remineszenzen an Frank-Uwe berühren mich. Die Fotostrecke ist beeindruckend, inhaltlich wie handwerklich. Man kann ja über Details der Setlist oder auch andere Aspekte geteilter Meinung sein, aber was ihr hier veranstaltet, um das Geschehen an sich so plastisch, aktuell und fansolidarisch liebevoll ausgestaltet zu dokumentiernen, ist über jeden Zweifel erhaben ganz grosse "Kunzt".

Danke.
Tod der Musikindustrie!
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